05. Oktober 2026 – dpa
In Lingen sollen mit russischer Beteiligung Brennelemente für Atomkraftwerke hergestellt werden. Das Land will die Umsetzung demnächst ermöglichen. Der Umweltminister findet die Kooperation falsch.
Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wegen der geplanten Zusammenarbeit mit dem russischen Atomkonzern Rosatom in Lingen kritisiert. Zugleich will sein Ministerium nach einem Bericht der «Neuen Osnabrücker Zeitung» dem Antrag auf Sofortvollzug für das umstrittene Vorhaben demnächst stattgeben. Grundlage sei die Sicherheitseinschätzung des Bundes, teilte das Ministerium der Zeitung zufolge mit.
Der Grünen-Politiker kritisierte die Antwort der Bundesregierung auf seinen Brief zu dem Projekt. «Dass sich an der Bewertung der Sicherheitslage durch die russische Bedrohung seit Februar 2026 nichts geändert haben soll, ist dreist und widerspricht allen öffentlichen Aussagen», sagte Meyer der Zeitung.
Angesichts von Warnungen vor russischer Sabotage und Spionage gegen kritische Infrastruktur halte er es für naiv, in der Kooperation kein Sicherheitsproblem zu sehen.
Merz müsse erklären, was er mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zur Brennelementefabrik und zu den Geschäften mit Rosatom vereinbart habe. «Geschäfte mit Russland wie in diesem nuklearen Joint-Venture halte ich weiterhin für höchst bedenklich», sagte Meyer.