21. September 2026 – dpa
Niedersachsens CDU-Chef sieht das historische Scheitern seiner Partei an der Fünf-Prozent-Hürde als Zäsur. Von der Bundesregierung verlangt er rasche Reformen – und spürbare Entlastungen im Alltag.
Nach den Wahlniederlagen der CDU in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hat Niedersachsens CDU-Chef Sebastian Lechner von der Bundesregierung schnelle Entlastungen für die Bürger gefordert. «Viele Menschen haben uns gezeigt: So wie bisher kann es nicht weitergehen», sagte Lechner in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Statement. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) darüber berichtet.
Der Wahlsonntag sei für die CDU ein bitterer Abend gewesen. «Zum ersten Mal in unserer Geschichte sind wir bei einer Wahl an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert», sagte der CDU-Landesvorsitzende. «Das ist eine Zäsur. Das tut weh, und wir nehmen dieses Ergebnis sehr ernst.»
Viele Menschen arbeiteten hart oder hätten ihr Leben lang hart gearbeitet und dennoch das Gefühl, dass am Monatsende immer weniger übrig bleibe. «Jetzt kommt es darauf an, dass die Menschen die Entlastung wirklich spüren, im Alltag und im Geldbeutel», sagte der 45-Jährige. Dazu zählte er die geplanten Reformen bei Rente, Gesundheit und Pflege.
Energie und Lebensmittel müssten günstiger werden, forderte der Oppositionsführer im niedersächsischen Landtag. Steuern und Abgaben darauf sowie die Sozialversicherungsbeiträge müssten deutlich sinken. «Wer arbeitet, muss mehr von seinem Lohn behalten.»
Lechner verlangte zugleich weniger Regeln und Vorschriften, damit mehr Wohnungen gebaut würden, Betriebe sich entwickeln könnten und neue Ideen eine Chance bekämen. Von der Bundesregierung erwarte er dabei auch deutlichere Worte gegenüber der Europäischen Union.
Es sei nun die gemeinsame Aufgabe der Bundesregierung unter Führung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), das CDU-Versprechen des «Wohlstand für alle» wieder einzulösen. «Die Menschen erwarten zu Recht, dass sie schnell einen klaren Weg aufzeigt», sagte Lechner.