17. September 2026 – dpa
Auffälligkeiten bei Abrechnungen schneller erkennen und Straftaten effektiv verfolgen: Eine neue Zentralstelle wird Anfang kommenden Jahres ihre Arbeit aufnehmen.
Millionenschäden durch Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen: Eine neue Zentralstelle in Niedersachsen soll Straftaten aufdecken und verfolgen. Diese wird an die Staatsanwaltschaft Braunschweig angegliedert und Anfang kommenden Jahres ihre Arbeit aufnehmen. Fünf Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sowie eine medizinische Abrechnungskraft und ein IT-Forensiker werden in der neuen Abteilung arbeiten, wie das niedersächsische Justizministerium mitteilte.
Ziel ist es demnach, Abrechnungsauffälligkeiten frühzeitig zu erkennen, die Zusammenarbeit der beteiligten Stellen zu verbessern und die Straftaten effektiv zu verfolgen. «Mit der neuen Zentralstelle bündeln wir Kompetenzen, um Auffälligkeiten schneller zu erkennen und konsequent gegen Betrug in Millionenhöhe vorzugehen», erklärte Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD).
Die Spezialisten in der Zentralstelle sollen Hinweise und Daten auswerten und zusammenführen und mögliche Betrugsmuster identifizieren. Dabei werden sie fachübergreifend mit Krankenkassen, Pflegeversicherungen, Kassenärztlicher Vereinigung und weiteren Akteuren zusammenarbeiten.
Betrug und Korruption im Gesundheitswesen hätten in den vergangenen Jahren immer größere Dimensionen erreicht und zu enormen finanziellen Schäden geführt, teilte das Justizministerium mit. Die Verdachtsmeldungen in diesem Bereich seien kontinuierlich gestiegen, aber ein erhebliches Dunkelfeld bliebe.