12. Juni 2026 – dpa

Hoch dotierter Kunstpreis

Iranische Künstlerin zieht «eigenen Roten Faden» in Hannover

Hannovers bekannter Roter Faden führt Touristen zu Attraktionen der Stadt. Eine iranische Künstlerin macht daraus nun ein Kunstprojekt – dank eines der höchstdotierten Kunstpreise in Deutschland.

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Im Sprengel Museum ist die Ausstellung «Colorful Threads. From Line to Action» vom 14. Juni bis zum 27. September zu sehen. Weitere Stationen sind das Museum Wilhelm Busch, der Niedersächsische Landtag und Räume des Vereins Feinkunst. (Symbolbild)

Mit Ausstellungen, Performances und Interventionen im öffentlichen Raum macht eine iranische Künstlerin Hannover über mehrere Monate zum Schauplatz ihres Kunstprojekts «Colorful Threads». Die 1987 geborene Farzane Vaziritabar ist Preisträgerin des Kunstpreises «Hannes Malte Mahler – it is art». Mit einem Preisgeld von 15.000 Euro sowie einem Projekt- und Produktionsbudget von bis zu 105.000 Euro gilt er als einer der höchstdotierten Kunstpreise in Deutschland.

Vaziritabars Projekt ist an Hannovers touristischen «Roten Faden» angelehnt und soll Besucher dazu einladen, die Stadt neu wahrzunehmen. Nach Angaben des Sprengel Museums und des Vereins Feinkunst sind insgesamt 4 Ausstellungen sowie 36 Kunstaktionen, Performances und Interventionen im öffentlichen Raum geplant.

Im Zentrum stehen Fragen danach, wie Geschichten über eine Stadt entstehen, welche Orte sichtbar werden – und welche Stimmen im öffentlichen Raum ausgeblendet bleiben. Das Projekt läuft über rund fünf Monate.

Im Sprengel Museum ist die Ausstellung «Colorful Threads. From Line to Action» vom 14. Juni bis zum 27. September zu sehen. Weitere Stationen sind das Museum Wilhelm Busch, die Portikushalle des Niedersächsischen Landtags und Räume des Vereins Feinkunst.

Zu den geplanten Aktionen gehört etwa eine Frisbee-Intervention vor dem Neuen Rathaus. Unter der Frage «Verspielen wir unsere Menschenrechte?» sollen Passanten eingeladen werden, mit Frisbees zu spielen, auf denen Artikel aus dem Grundgesetz stehen.

Eine weitere Aktion verbindet im Maschpark die Namen Hannah Arendt und Clara Zetkin und greift Fragen nach Freiheit, Widerstand und Identität auf. Sprengel-Direktor Reinhard Spieler sagte, Vaziritabar mache sichtbar, «wie sehr Wahrnehmung von Stadt eine Frage von Macht, Auswahl und Auslassung ist».

Der Kunstpreis erinnert an den 2016 verunglückten hannoverschen Künstler Hannes Malte Mahler. Er wird seit 2020 alle vier Jahre vom Verein Feinkunst in Kooperation mit dem Sprengel Museum vergeben. Die Preisverleihung und Ausstellungseröffnung sind für Samstagabend im Sprengel Museum geplant.

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