02. Oktober 2026 – dpa
Vor den Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit gehen in Bremen Hunderte Menschen auf die Straße. Der Protest der Antifa richtet sich gegen Nationalismus und Sozialabbau. Bleibt es friedlich?
Vor der Feier zum Tag der Deutschen Einheit haben sich in der Bremer Innenstadt Hunderte bei einer Antifa-Demonstration versammelt. Angemeldet hatte die Kundgebung die «Basisgruppe Antifaschismus Bremen» unter dem Titel: «Kein Frieden mit der Nation!». Ein Polizeisprecher sprach kurz vor Abschluss der Demonstration am frühen Abend von rund 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Veranstalter gingen von rund 1.000 Menschen aus. Angemeldet waren 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot zogen die Demonstranten von der Innenstadt in die Neustadt und zurück, zeitweise kreiste ein Hubschrauber über der Versammlung. Es seien einzelne Bengalos und Böller angezündet worden, sagte der Polizeisprecher. Verletzt wurde bis zum frühen Abend niemand.
Die Demonstration richtete sich laut den Veranstaltern gegen Nationalismus, der aus ihrer Sicht soziale Probleme verschärfe. «Deutschland feiert dieses Wochenende sich selbst und seinen Nationalismus. Doch wir sagen: Wir feiern nicht mit», sagte eine Sprecherin der Basisgruppe vor der Kundgebung. Die Demonstration sei gegen Militarisierung, Antifeminismus und Sozialabbau.
Der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober erinnert an die Wiedervereinigung vor 36 Jahren. Die zentrale Feier in Deutschland steht in Bremen in diesem Jahr unter dem Motto «Viele Stärken – ein Land».
Rund um die Einheitsfeier sind verschiedene Demonstrationen angekündigt. «Wer demonstrieren möchte, kann das tun», hieß es aus dem Bremer Innenressort - solange die Sicherheit nicht gefährdet wird. Drohungen gab es zuletzt aus der linksextremen Szene.
Eine Polizeisprecherin hatte im Vorfeld zu den Demonstrationen mitgeteilt: «Wenn es zu Störungen oder Straftaten kommt, werden wir konsequent einschreiten.» Die Einsatzkräfte seien vorbereitet und beobachteten die Lage aufmerksam.