01. Juli 2026 – dpa
Sechs Menschen werden bei der Attacke in einer Mutter-Kind-Wohngruppe getötet. Nach der Gewalttat stellt sich auch die Frage nach den richtigen Sicherheitsvorkehrungen.
Dass ein Hilfeplangespräch wie in Stade in der Einrichtung und nicht auf einer Polizeiwache oder bei einem Gericht stattfindet, ist laut niedersächsischem Sozialministerium gängig. «Es gab vereinzelt Fälle in der Vergangenheit, wo auch die Polizei dazugeholt wurde von der Kommune, vom Jugendamt, wenn die Gefahrenlage so eingeschätzt wurde, dass das nötig ist», sagte Ministeriumssprecherin Lea Karrasch. Dies sei hier nicht der Fall gewesen.
Wenn es beim Jugendamt Kenntnisse über Gefährdungen gebe, dann werde das natürlich berücksichtigt und es gebe Ratgeber dafür, sagte Karrasch. «Ob es darüber hinaus noch weitere Vorgaben geben muss über Sicherheitsvorkehrungen, darüber wird auf jeden Fall zu sprechen sein.» In welcher Form und in welchem Ausmaß, ließe sich zu diesem Zeitpunkt aber nicht sagen.
Bei einer Attacke in einer Mutter-Kind-Wohngruppe im niedersächsischen Stade wurden am Montag Beschäftigte der Einrichtung und Mitarbeitende eines Jugendamtes getötet. Nach bisherigen Erkenntnissen hatten die Opfer einen Termin mit dem mutmaßlichen Täter, bei dem es ums Sorgerecht für dessen drei Monate alte Tochter gehen sollte. Der 45 Jahre alte Verdächtige war polizeilich bekannt. Laut Lüneburgs Polizeipräsidentin Kathrin Schuol galt er aber nicht als «absolut gewalttätig».