27. Juli 2026 – dpa

Schüler und Eltern

Fehlverhalten von Lehrkräften – Meldestelle gefordert

Bei Problemen in der Schule sind oft Vertrauenslehrer die ersten Ansprechpartner – doch was, wenn es um Fehlverhalten einer Lehrkraft geht?

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Vertrauenspersonen an Schulen sind meist selbst Lehrkräfte. (Symbolbild)

Zum besseren Schutz von Schulkindern fordern Eltern- und Schülervertreter eine neue Meldestelle. Es brauche eine unabhängige Meldestelle außerhalb schulischer Einrichtungen, teilten der Landeseltern- und Landesschülerrat gemeinsam mit. Bisherige Angebote in diese Richtung, etwa über Vertrauenslehrer und -lehrerinnen könnten an Grenzen stoßen, etwa weil die Vertrauenspersonen selbst Lehrkräfte sind.

«Trotz bestehender Schutzstrukturen kommt es im schulischen Alltag – auch in Niedersachsen – manchmal zu unangemessenem und übergriffigem Verhalten von Beschäftigten gegenüber Schülerinnen und Schülern», hieß es von den beiden Verbänden. Es gehe um verbale Grenzüberschreitungen oder körperliche Übergriffe bis hin zu sexuellem Missbrauch.

«Bestehende hierarchische Abhängigkeitsverhältnisse innerhalb der Schule führen mitunter dazu, dass Fehlverhalten durch informelle oder formelle Mechanismen gedeckt wird», hieß es in einer Mitteilung weiter. Betroffene und Hinweisgebende müssten unterdessen Nachteile befürchten oder würden sich schlicht nicht trauen, sich zu äußern.

Die Verbände fordern daher eine Meldestelle, an die sich Schüler und Eltern vertraulich wenden können, um Fehlverhalten von Lehrkräften und anderen schulischen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zu melden. Denkbar seien etwa eine unabhängige Landesstelle oder ein Beauftragter. Das Angebot müsse niedrigschwellig und auch digital und mobil verfügbar sein.

Das Kultusministerium teilte mit, dass wesentliche Elemente der jetzt erhobenen Forderung nach einer unabhängigen Meldestelle in Niedersachsen bereits umgesetzt sind. Mit den Anlauf- und Antidiskriminierungsstellen der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung bestünden bereits unabhängige, vertrauliche und niedrigschwellige Kontaktmöglichkeiten für Betroffene und Hinweisgebende.

Seit Januar werde die Hotlinearbeit dezentral organisiert. Die Anlaufstellen unterstützten bei Fällen von Gewalt, Diskriminierung, Grenzverletzungen sowie sexualisierter Gewalt und könnten unabhängig von der jeweiligen Schule kontaktiert werden. Die Beratung erfolge kostenfrei durch Psychologinnen und Psychologen. Diese Stellen seien bewusst außerhalb der einzelnen Schulen angesiedelt.

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