30. Juni 2026 – dpa

Energiewende

EWE baut neue Wasserstoffpipeline für Elektrolyseur in Emden

Von Emden nach Leer: Eine neue Pipeline bringt ab 2030 grünen Wasserstoff direkt zu Industriebetrieben. Welche Rolle spielt die Leitung für grüne Stahlproduktion?

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Grüner Wasserstoff aus Emden soll unter anderem Stahl in Salzgitter nachhaltig machen. (Archivbild)

Um an der Küste erzeugten Wasserstoff weiter ins Binnenland zu transportieren, baut der Energieversorger EWE eine neue Pipeline durch Ostfriesland. Die rund 24 Kilometer lange Leitung soll den Elektrolyseur in Emden, an dem EWE zurzeit baut, an das Wasserstoff-Kernnetz anbinden, wie das Oldenburger Energieunternehmen mitteilte. Gebaut wird sie von EWE Netz zusammen mit dem Unternehmen Gastransport Nord.

Bei der Pipeline «H2Coastlink 1» handelt es sich demnach um die erste Wasserstoffpipeline im Nordwesten Deutschlands. Mit der Leitung soll vor allem der Wasserstoff, den EWE mit seinem neuen Elektroylseur in Emden erzeugen will, weiter zu Verbrauchszentren transportiert werden.

«Damit grüner Wasserstoff künftig zuverlässig bei industriellen Abnehmern ankommt, brauchen wir leistungsfähige Transportinfrastruktur», sagte EWE-Finanzvorstand Frank Reiners anlässlich des symbolischen ersten Spatenstichs im ostfriesischen Moormerland (Landkreis Leer). «H2Coastlink 1 ist dafür ein entscheidender Baustein.»

Über die neue Leitung sollen künftig rund 26.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr aus dem Elektrolyseur in Emden transportiert werden. Darüber hinaus verfüge die Leitung über weitere Kapazitäten zum Transport von Wasserstoff aus anderen Quellen. Damit leiste das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung energieintensiver Industrieprozesse, hieß es.

EWE errichtet zurzeit in Emden eine 320-Megawatt-Erzeugungsanlage. Abnehmen will den Wasserstoff etwa die Salzgitter AG. Anfang Juni hatten beide Unternehmen eine langfristige Vereinbarung über die Lieferung von jährlich 10.000 Tonnen geschlossen. Ab 2030 soll grüner Wasserstoff aus Emden für die klimafreundlichere Stahlproduktion in Salzgitter bereitgestellt werden.

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hatte erst vor wenigen Tagen die Genehmigung für den Pipeline-Bau erteilt. Demnach hat die Leitung einen Durchmesser von etwa 40 Zentimetern und verläuft über Gebiete der Stadt Emden, der Gemeinde Ihlow (Landkreis Aurich), der Gemeinde Moormerland (Landkreis Leer) bis in den Bereich der Stadt Leer. Der Bau der Leitung wird von Bund und Land im Rahmen des IPCEI-Wasserstoffprogramms gefördert.

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