21. Juli 2026 – dpa
Hannover ist vier Tage lang die Sporthauptstadt Deutschlands. Ab Donnerstag werden mehr als 100 deutsche Meistertitel vergeben. Eine wichtige Sportart findet allerdings woanders statt.
Hannover ist für vier Tage das Zentrum des deutschen Spitzensports. Von Donnerstag bis Sonntag finden in der niedersächsischen Landeshauptstadt die Finals 2026 statt. Bei der großen Multisport-Veranstaltung werden 143 deutsche Meistertitel in 24 Sportarten vergeben - allerdings gibt es einen Sonderfall.
Die Finals gab es das erste Mal 2019 in Berlin. Es ist eine Veranstaltung, bei der mehrere deutsche Meisterschaften in verschiedenen Sportarten an mehreren Tagen parallel ausgetragen werden. Nach Pausen durch Corona und wegen der Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris ist Hannover die sechste Auflage. Im kommenden Jahr ist Stuttgart der Gastgeber.
Die Zahl der Sportarten ist erneut gestiegen, dieses Mal sind es 24. Dazu zählen traditionsreiche Sportarten wie Schwimmen und Turnen, aber auch relativ junge wie 3x3-Basketball, Breaking oder Klettern. Ihre Finals-Premiere feiern in diesem Jahr Beach-Volleyball, Gewichtheben, Ju-Jutsu, Rapid Surfen, Segeln und Windsurfen.
Kurz vor ihrem Saisonhöhepunkt bei den Europameisterschaften in Paris zeigen sich viele deutsche Schwimmerinnen und Schwimmer im Stadionbad in Hannover. Bei den Finals messen sich die Athletinnen und Athleten allerdings in ungewohnten Formaten. So gibt es Eliminationsrennen und Kombiwertungen. Die deutschen Meisterschaften in den olympischen Disziplinen fanden bereits Ende April in Berlin statt.
Die Leichtathletik ist ein Sonderfall. Fast alle Titel werden nicht in Hannover, sondern am Samstag und Sonntag im Wattenscheider Lohrheidestadion in Bochum vergeben. In der niedersächsischen Landeshauptstadt gibt es kein passendes Stadion. Die Arena am Maschsee, in der Fußball-Zweitligist Hannover 96 spielt, hat seit dem Umbau zur Fußball-WM 2006 keine Laufbahn.
Nur die Stabhochspringer und Stabhochspringerinnen ermitteln bereits am Donnerstag und Freitag im Rahmen der Finals in Hannover ihre deutschen Meister. Die geteilten Titelkämpfe dienen der Einstimmung auf die Europameisterschaften in Birmingham, die vom 10. bis 16. August der diesjährige Leichtathletik-Saisonhöhepunkt sind.
Die meisten Wettkampforte liegen dicht beieinander. In Herzen der Stadt werden drei Sportarten durchgeführt: Beach-Volleyball, Speed-Klettern und Stabhochsprung haben auf dem Opernplatz für die Finals ihre Heimat. Fußläufig von dort erreichbar ist der Maschsee, wo es die Meisterschaften im Kanu und Rudern zu sehen gibt. Gleich nebenan im Stadionbad werden die Wettkämpfe im Schwimmen ausgetragen.
Am Stadtrand liegt hingegen die Arena, wo sonst Musikstars auftreten und die Bundesliga-Handballer der TSV Hannover-Burgdorf ihre Heimspiele absolvieren. Bei den Finals werden dort die Meisterschaften im Gerätturnen, Trampolinturnen und der Rhythmischen Sportgymnastik ausgetragen. Am weitesten außerhalb liegt das Steinhuder Meer, wo es rund 35 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt Coastal Rowing, Segeln, Triathlon und Windsurfen zu sehen gibt.
ARD und ZDF berichten von den vielen deutschen Meisterschaften nach eigenen Angaben mehr als 30 Stunden im klassischen TV sowie mehr als 100 Stunden im Internet und in den Mediatheken. ZDF-Sportchef Yorck Polus sprach von einem Sportprogramm, das «fast schon olympische Verhältnisse aufweist». Die Finals haben sich «zu einem der herausragenden Sportereignisse entwickelt und gehören mittlerweile zum festen Angebot bei ARD und ZDF».
Das ZDF beginnt im Hauptprogramm am Donnerstag von 13.00 bis 19.00 Uhr und sendet am Samstag von 10.15 bis 20.15 Uhr. Das Erste überträgt am Freitag von 12.00 bis 20.00 Uhr und zeigt dabei auch die Tour de France. Am Abschlusstag sendet die ARD von 10.00 bis 19.05 aus Hannover und Bochum, ehe es zum Ende der letzten Tour-Etappe in Paris schaltet.