10. September 2026 – dpa
Eine 9.900-Euro-Spende und Durchsuchungen bei einem SPD-Spitzenkandidaten sorgen für Aufsehen. Worum geht es genau?
Bei den Ermittlungen gegen den SPD-Politiker Steffen Krach spielt der Verkauf eines früheren Krankenhausgeländes eine Rolle. Krach war als Regionspräsident in Hannover Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums der Region Hannover. Das Gelände eines Standorts der Klinik in Lehrte sollte veräußert werden. Dazu begann im vergangenen Oktober ein Vergabeverfahren.
Vier Angebote trafen ein, zwei davon kamen in die engere Auswahl, wie Krach berichtete. «Ich hatte eine klare Präferenz, die habe ich auch intern ganz klar geäußert», so Krach. Sein Favorit habe ein regionales Gesundheitszentrum versprochen und Investitionen von 115 Millionen Euro angekündigt. Doch der Aufsichtsrat entschied sich im Februar für den anderen Anbieter - nach einer längeren Diskussion, wie Krach sagte.
Im Zuge der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurde nun bekannt, dass der von Krach damals favorisierte Unternehmer eine größere Summe an die Berliner SPD spendete - bevor die Entscheidung zu dem Krankenhausgelände fiel. Wie der SPD-Politiker berichtete, kamen am 29. Dezember 9.900 Euro auf dem Konto der SPD Berlin an. Krach war zu diesem Zeitpunkt Regionspräsident, Berliner SPD-Spitzenkandidat und kommissarischer Landesvorsitzender.
Über die Spende habe ihn der Landesgeschäftsführer am 7. Januar 2026 nachmittags informiert. «Am 8. Januar um 6:45 Uhr, also keine 24 Stunden später, habe ich per Mail die Weisung erteilt, dass diese Spende nicht angenommen werden darf und sofort zurücküberwiesen werden muss», berichtete Krach. Dies sei dann geschehen. «Diese 9.900 Euro haben niemals hier in Berlin eine Rolle gespielt, weder privat noch in meinem Wahlkampf. Ich habe keine Spende von diesem Unternehmen angenommen», betonte der Politiker. Vorwürfe, er habe sich in irgendeiner Form beeinflussen lassen, weise er als haltlos zurück.
Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den SPD-Politiker und ließ jüngst Büroräume Krachs in Hannover, dessen Wohnung im Berliner Ortsteil Schöneberg und die SPD-Landesparteizentrale in Berlin-Wedding durchsuchen. Zu den konkreten Vorwürfen äußerte sich die Behörde zunächst nicht und verwies auf ermittlungstaktische Gründe. Es gelte die Unschuldsvermutung, hieß es.