02. Oktober 2026 – dpa
Plötzlich öffneten sich Wege, die vorher kaum oder nicht möglich waren. Der amtierende Bundesratspräsident hat prägende persönliche Erinnerungen an die Zeit rund um den 3. Oktober 1990.
Wenn Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) über den Tag der Deutschen Einheit spricht, geht es für ihn auch um persönliche Erinnerungen. Denn der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1990 hatte für den damaligen Jura-Studenten direkte Auswirkungen, wie er in einem dpa-Interview erzählte.
Seine damalige Partnerin habe viel Verwandtschaft in der damaligen DDR gehabt, erklärte er. «Und die konnten wir natürlich vorher nicht besuchen oder nur ganz, ganz ausnahmsweise.» Er erinnere sich noch genau, wie häufig sie in der Zeit nach der Wiedervereinigung nach Mecklenburg-Vorpommern und Berlin fuhren und zum Beispiel auf der Insel Poel Urlaub machten. Diese Möglichkeiten habe es vorher nicht gegeben. «Insofern hatte das richtig sofort greifbare Auswirkungen auch aufs eigene Leben.»
Die Zeit rund um den Mauerfall und die Wiedervereinigung habe er als bewegte Zeit erlebt, sagte der SPD-Politiker. Politisch habe er sich sehr dafür interessiert. Statt eines Beitritts Ostdeutschlands hätte er damals aber eine neue gesamtdeutsche Verfassung besser gefunden. «Das war damals meine Position.» Aber so sei es nicht gekommen.
Bei den anstehenden Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit geht es aus Sicht von Bovenschulte vor allem um den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das sei letztendlich der Kern von Einheit, sagte der Politiker. Er freue sich auf das Fest in Bremen. «Da soll im Mittelpunkt stehen: Ganz viele Menschen kommen zusammen und haben zusammen eine gute Zeit.» Von Freitag an werden Menschen aus allen Bundesländern in der Hansestadt erwartet. «Das soll sozusagen ein Tag der gelebten deutschen Einheit sein», so der Bürgermeister.