10. September 2026 – dpa
Kurz vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus wird gegen den SPD-Spitzenkandidaten ermittelt. Krach vermutet als Hintergrund ein Vergabeverfahren. Die SPD betont, eine Spende sei abgewiesen worden.
Nach Bekanntwerden von Ermittlungen gegen den Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach hat seine Partei weitere Details genannt. Demnach habe es «über den Jahreswechsel den Versuch einer Spende an die SPD Berlin in Höhe von 9.900 Euro» gegeben, teilte Schatzmeister Fabian Fischer mit. «Auf Weisung unseres Spitzenkandidaten wurde umgehend entschieden, diese Spende abzuweisen.»
Zuvor hatte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) darüber berichtet. Dem Bericht zufolge soll ein Unternehmer am vergangenen 29. Dezember 9.900 Euro auf das Konto der SPD Berlin überwiesen haben. Krach soll am 7. Januar von der SPD-Landesgeschäftsführung informiert worden sein und die Rücküberweisung am Tag danach angeordnet haben, hieß es im Bericht. Das Geld sei am 9. Januar an den Absender zurücküberwiesen worden. Ein Sprecher der Berliner SPD bestätigte die Angaben.
Die Staatsanwaltschaft Hannover hat vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus in anderthalb Wochen Ermittlungen gegen Krach aufgenommen. Zu konkreten Vorwürfen äußerte sie sich nicht und verwies auf die Unschuldsvermutung.
Krach sagte, der Vorwurf beziehe sich auf ein Vergabeverfahren zu einem Klinikverkauf in der Region Hannover, wo er als Regionspräsident für den Wahlkampf beurlaubt ist. Den Vorwurf der Beeinflussung wies er als haltlos zurück. Er habe «in keinster Weise irgendeine Summe von diesem Bieter, weder privat noch als SPD-Landesvorsitzender, jemals angenommen».