16. August 2026 – dpa

Fußball-Supercup

Bayern-Dusel: Torhüterin Stina Johannes «extrem schockiert»

Die Frauen des FC Bayern holen den nächsten Titel. Warum Wolfsburgs Stina Johannes in Ingolstadt unfreiwillig im Mittelpunkt stand.

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Unfreiwillig im Mittelpunkt: VfL-Torhüterin Stina Johannes.

Stina Johannes hat zwar ein abgeschlossenes Mathematik-Studium vorzuweisen und gilt als besonders detailversessene Torhüterin. Beim Supercup gegen den FC Bayern verrechnete sich die DFB-Auswahlspielerin vom VfL Wolfsburg aber zweimal - die Münchnerinnen durften sich nach dem 3:0 (2:0)-Sieg bei der 26-Jährigen bedanken. Vor allem nach dem ersten Gegentor war Johannes «extrem schockiert».

So landeten die Doublegewinnerinnen des FC Bayern im Duell gegen den Vizemeister den dritten Supercup-Erfolg in Serie. Während die Fußballerinnen von Trainer José Barcala im Konfetti-Regen des Ingolstädter Stadions feierte, standen die Wolfsburgerinnen um Johannes bedröppelt vor ihren mitgereisten Fans.

8.689 Zuschauer, darunter Bundestrainer Christian Wück, sahen in der 32. Minute eine kuriose Szene: Nach einem Kopfball von Jovana Damnjanovic hatte die VfL-Keeperin den Ball in den Händen, lag aber plötzlich auf dem Boden. Mit dem Ball hinter der Torlinie?

«Ich sehe, dass eine Bayern-Spielerin heran rauscht. Ich versuche ihn zu fangen, nicht zu fausten. Was ich nicht auf dem Schirm hatte, dass ich so unglücklich an den Pfosten reinkrache», erklärte Johannes bei MagentaSport. «Ich hatte nicht eine Sekunde den Gedanken, dass er hinter der Linie war.» Genau das urteilte aber Schiedsrichterin Angelika Söder und durfte sich durch den Videobeweis bestätigt fühlen.

«Am Ende zählt das Tor - fertig», so lautete die Erkenntnis der überaus ernüchterten Wolfsburger Torfrau. Doch damit nicht genug: Auch beim 0:2 sah Johannes schlecht aus. Bei einem Freistoß von Klara Bühl (45.+4) flog der Ball an allen vorbei. Der fünfmaligen DFB-Auswahlspielerin, bei Wück zusammen mit Münchens Ena Mahmutovic Stellvertreterin von Ann-Katrin Berger, war die Sicht versperrt und sie reagierte zu spät.

«Ich glaube, das war eklig für die Torhüterin. Wir haben selbst gar nicht gesehen, ob er drin war oder nicht, aber uns natürlich dann sehr gefreut, als es als Tor gewertet worden ist», sagte Bühl zum ersten Treffer. Beim zweiten Ball sei es dann «genauso gekommen, wie es geplant war: mit gar nicht viel Zug, sondern einfach schön hinten reingefallen». Die starke Nationalstürmerin machte mit dem 3:0 keine Minute nach Wiederanpfiff alles klar für den Favoriten.

Bei der Standortbestimmung für die Bundesliga setzte der FC Bayern, zuletzt mit 16 Punkten Vorsprung auf Wolfsburg zum vierten Mal in Serie Meister, damit gleich ein Zeichen. Auch wenn die VfL-Frauen mit der herausragenden Linksaußen Cora Zicai ihrem Dauerrivalen zunächst «die Stirn» boten, wie es Trainer Stephan Lerch gefordert hatte.

«Sie haben da echt guten Fußball gespielt. Wir hatten unsere Probleme», räumte Bühl ein. Die 25 Jahre alte Flügelspielerin lief in der Schlussphase als Mittelstürmerin auf, was sie nach Abpfiff lachend kommentierte: «Um Gottes Willen. Wahnsinn. Ich war selbst überrascht.»

Nach der Pause zeigten die Bayern-Frauen viel von ihrer Spielstärke und Wucht. «Ich bin natürlich davon überzeugt, dass wir, wenn wir unser Spiel über die ganze Saison durchziehen, ziehen, dann deutsche Meister werden», sagte Bühl.

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