29. September 2026 – dpa
Ab Freitag, 2. Oktober 2026, wird die Bahnstrecke zwischen Hannover und Berlin für 14 Monate vollständig gesperrt. Fernzüge zwischen Berlin und Hannover brauchen dann rund 80 Minuten länger. Auch im Nahverkehr kommt es zu Ausfällen, Umleitungen und Ersatzverkehr.
Auf Fahrgäste der Deutschen Bahn kommen ab diesem Freitag (2.10.) zwischen Berlin und Hannover erhebliche Einschränkungen zu. Für 14 Monate ist die Strecke aufgrund aufwendiger Sanierungsarbeiten gesperrt. Die Züge werden über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet und brauchen rund 80 Minuten länger, wie die Bahn mitteilte. Das betrifft auch Fahrgäste, die mit dem ICE zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen unterwegs sind. Wer etwa von der Hauptstadt nach Düsseldorf fahren möchte, ist dann mindestens fünfeinhalb Stunden unterwegs.
Betroffen sind auch Fahrgäste im Regionalverkehr. Zwar will die Bahn während der Bauphase ein Grundangebot aufrechterhalten. So verkehren Regionalzüge etwa zwischen Nauen und Stendal über Wittenberge. Wer aber von Stendal aus weiter nach Wolfsburg muss, ist auf Ersatzbusse angewiesen. Über die einzelnen Linien und Takte informiert die Bahn auf ihrer Internetseite.
Das ändert sich für Bahnreisende im Fernverkehr zwischen Hannover und Berlin
- Auf der Verbindung NRW – Hannover – Berlin werden mindestens stündliche ICE-Verbindungen mit einer Fahrzeitverlängerung von 60-80 Minuten angeboten.
- Auf der Verbindung Amsterdam – Berlin werden vierstündliche ICE-Verbindungen mit einer Fahrzeitverlängerung von ca. 70 Minuten angeboten, zwischen Amsterdam und Hannover verkehren drei ICE-Verbindungen pro Richtung.
- Erweitertes Fernverkehrsangebot Frankfurt - Berlin via Erfurt. Die Verbindungen Frankfurt - Kassel - Berlin entfallen.
- Zwischen Hannover und Leipzig werden noch zweistündliche IC-Verbindungen, statt regulär stündlich, angeboten.
Das gilt für Bahnreisende im Nahverkehr ab 2. Oktober 2026
Während der Korridorsanierung der Strecke Lehrte – Berlin wird der Zugverkehr auf der Strecke Fallersleben – Berlin-Spandau vom 02. Oktober bis zum 12. Dezember 2026 eingestellt. Fahrgäste werden darüber hinaus gebeten, sich vor Fahrtantritt über ihre Verbindung in den elektronischen Fahrplanauskünften zu informieren und aufgrund des Ersatzverkehrs mehr Reisezeit einzuplanen.
RE30 (Hannover - Wolfsburg) und RE 50 (Hildesheim - Braunschweig - Wolfsburg)
Es gibt voraussichtlich vier Bauphasen:
- Vom 2.10. bis 12.12.2026 (Bauphase A) fahren die Züge des RE30/RE50 unter der Woche stündlich ab/bis Wolfsburg. Am Wochenende verkehren die Züge nur bis Fallersleben. Zwischen Fallersleben und Wolfsburg fahren dann Busse.
- Vom 3.10. bis 5.10.2026 (Bauphase B) fallen die Züge des RE30 zw. Wolfsburg und Gifhorn aus. Es verkehren ersatzweise Busse.
- Vom 5.2.2027 bis 9.7.2027 (Bauphase C) entfallen die Züge der Linie RE30 zwischen Lehrte und Wolfsburg. Hier wird ein umfangreicher Schienenersatzverkehr eingesetzt.
- Vom 16.10. 2027 bis 11.12.2027 (Bauphase D) verkehren alle Züge des RE30/RE50 nur bis Fallersleben. Von dort bis Wolfsburg Hbf werden ersatzweise Busse eingesetzt.
Mehr Infos auf gibt's bei enno.
RB40 (Braunschweig - Helmstedt - Magdeburg):
- Vom 02.10 bis 12.12.2026: Im Abschnitt Braunschweig – Helmstedt entfallen während dieser Zeit die Verdichterzüge montags bis freitags. Regulär fahren weiterhin die stündlich verkehrenden Züge der RB40.
Weitere Infos gibt es auf der Seite der Deutschen Bahn.
RE60/70 (Hannover - Braunschweig):
- Vom 02.10 bis 12.12.2026: Im Abschnitt Hannover – Braunschweig entfallen die Verdichterzüge täglich. Regulär fahren weiterhin die stündlich verkehrenden Züge des RE 60/70.
Weitere Infos gibt es auf der Seite der Deutschen Bahn.
Verzögerungen bei ursprünglich geplanter Umleitungsstrecke
Der Güterverkehr wird wie der Fernverkehr vor allem über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Ab Ende Januar des kommenden Jahres soll für die Gütertransporte eine zweite Umleitung über die Strecke Halle (Saale)-Eichenberg eingerichtet werden. Dieser Abschnitt wird gerade saniert.
Die Einschränkungen für die Fahrgäste dauern deutlich länger aus ursprünglich geplant. Ab Mitte Dezember hätten die Fernzüge über die parallel zur Schnellfahrtstrecke verlaufenden Stammstrecke zwischen Lehrte und Berlin fahren sollen. Doch die derzeit laufende Elektrifizierung dieses Korridors verzögert sich erheblich und wird nun ein Jahr länger bis Ende 2027 dauern. Darum müssen die Züge auch im gesamten kommenden Jahr lange Umleitungen fahren.
Zehntausende Tonnen Betonfahrbahn
Der Grund für all das ist die umfassende Sanierung der Strecke Berlin-Hannover. «Gleise, Weichen, Betonfahrbahn, Oberleitungen, Stellwerke und Bahnhöfe werden gebündelt erneuert oder modernisiert», teilte der Programmleiter der sogenannten Generalsanierung bei der Bahn-Tochter DB InfraGo, Wolfgang Weinhold, mit. «Das ist eine gewaltige Aufgabe, aber eine Investition, die sich auszahlt: für mehr Qualität, Zuverlässigkeit und Stabilität auf einer der vielbefahrensten Ost-West-Bahnverbindungen Deutschlands.»
Bis Dezember 2027 sollen Hunderte Kilometer Gleise, Weichen, Oberleitungen und Lärmschutzwände erneuert werden. Die Strecke ist Teil der sogenannten Generalsanierung, mit der die Deutsche Bahn bis weit in die 30er Jahre hinein Dutzende vielbefahrene Korridore erneuern und damit für mehr Pünktlichkeit sorgen will.
Die Sanierung zwischen Berlin und Hannover dauert den Angaben zufolge deshalb so lange, weil rund um Stendal mehr als 50 Kilometer Betonfahrbahn erneuert werden müssen. Zehntausende Tonnen Betonplatten müssen dafür herausgerissen und neu verlegt werden.