18. August 2026 – dpa

Landgericht Oldenburg

Angriff auf Polizisten - Ist der Mann krank und gefährlich?

Ein Autofahrer fährt auf einen Polizisten zu. Der Beamte landet auf der Motorhaube und prallt auf die Straße. Dennoch rast der Fahrer davon, auch ein Schuss stoppt ihn nicht. Nun steht er vor Gericht.

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Vor dem Landgericht Oldenburg hat ein Sicherungsverfahrens begonnen - nach dem Angriff auf einen Polizisten. (Archivbild)

Der Polizist hätte sterben können und sich selbst brachte der Mann auch in Gefahr. Das wurde zum Auftakt des Sicherungsverfahrens gegen einen 66-Jährigen vor dem Landgericht Oldenburg deutlich. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten versuchten Mord aus Verdeckungsabsicht im Zustand der Schuldunfähigkeit vor. Sie geht davon aus, dass der Mann psychisch krank ist. Es kommt in Betracht, dass er dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird.

Den Ermittlungen zufolge war der Mann im Februar 2025 in Friesoythe im Landkreis Cloppenburg mit einem Auto ohne Kennzeichen und ohne gültigen Versicherungsschutz unterwegs. Als die Polizei ihn zum Anhalten aufforderte, versuchte er zu fliehen, wie ein Gerichtssprecher unter Verweis auf die Antragsschrift berichtete. Als der Fahrer verkehrsbedingt stoppen musste und ein Beamter auf das Fahrzeug zuging, soll der Beschuldigte gezielt auf den Beamten losgefahren sein.

Den Ermittlungen zufolge rettete sich der Polizist mit einem Sprung auf die Motorhaube und prallte gegen den Wagen. Der heute 66-Jährige soll daraufhin weitergefahren und einen Polizeiwagen gerammt haben. Der Beamte wurde auf die Fahrbahn geschleudert. Das Auto fuhr knapp an ihm vorbei, wie der Gerichtssprecher sagte. Im weiteren Verlauf soll der Beschuldigte weitere Autos gerammt haben. Selbst als ein Polizist auf den Wagen schoss und die Kugel durch die Frontscheibe ins Auto und dann wieder aus dem Wagen hinausflog, soll er weiter gerast sein. Der Staatsanwaltschaft zufolge endete die Flucht erst, als der Mann die Kontrolle über seinen Wagen verlor. Der Beschuldigte wurde unverletzt festgenommen. Der Polizist erlitt Prellungen an Beinen und Oberkörper.

Zum Auftakt des Sicherungsverfahrens schilderten zwei Polizisten ihre Erlebnisse - darunter war auch der damals verletzte Beamte. Auch ein Lastwagenfahrer wurde als Zeuge gehört, wie der Gerichtssprecher berichtete. Der Beschuldigte sagte, er habe keine Erinnerungen an den Vorfall. Das Verfahren soll klären, ob der Beschuldigte die Tat begangen hat und weiterhin krank und gefährlich ist. Der Mann ist vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte sich durch seine Handlungen einer drohenden Festnahme entziehen wollte und den Tod des Polizeibeamten zumindest billigend in Kauf nahm. Aufgrund einer psychiatrischen Erkrankung soll der Mann bei der Tat keine Steuerungsfähigkeit gehabt haben.

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