29. September 2026 – dpa
Mit rund fünf Millionen Euro fördert die Bundesregierung die Sanierung des historischen Tonnenlegers. An Bord sind einige Neuerungen geplant, um maritime Geschichte erlebbar zu machen.
Der historische Dampftonnenleger «Kapitän Meyer» in Wilhelmshaven soll in den kommenden Jahren mit Unterstützung des Bundes umfassend saniert und zu einem modernen Museumsschiff ausgebaut werden. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer überreichte dafür bei einem Besuch in der Jadestadt einen Förderbescheid über rund fünf Millionen Euro. Die «Kapitän Meyer» gehört seit Jahrzehnten zum Stadtbild von Wilhelmshaven – zuletzt war das Museumsschiff aber in die Jahre gekommen und nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich. Das soll sich bald ändern.
Staatsminister Weimer sagte in einer Mitteilung, die «Kapitän Meyer» sei ein bedeutendes Kulturdenkmal und das letzte erhaltene Schiff dieser Klasse. «Mit ihrer einzigartigen historischen Rolle ist sie zugleich ein beeindruckendes Beispiel der Deutschen Schifffahrtsgeschichte und sorgte mehr als drei Jahrzehnte für eine sichere Navigation durch unsere Küstengewässer.»
Das 1950 gebaute Schiff war der erste Tonnenleger einer deutschen Werft nach dem Zweiten Weltkrieg. Bis 1983 war die «Kapitän Meyer» für das Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning zwischen Elbmündung, Helgoland und der dänischen Grenze im Einsatz. 1984 wurde das Dampfschiff von der Stadt Wilhelmshaven als fahrtüchtiges Museumsschiff übernommen. Seit 1988 steht es unter Denkmalschutz.
Nach Angaben der Bundesregierung ist die «Kapitän Meyer» das letzte seegängige Doppelschrauben-Dampfschiff Deutschlands. Die Bewahrung des Dampftonnenlegers sei ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des nationalen maritimen Erbes in Wilhelmshaven, hieß es weiter.
2017 beschloss der Rat der Stadt Wilhelmshaven die «Kapitän Meyer» ebenso wie das inzwischen bereits sanierte Feuerschiff «Norderney» (heute: «Wilhelmshaven») zu sanieren und als Großexponat im Küstenmuseum der Stadt auszustellen. Mit den Fördermitteln soll das Schiff nun denkmalgerecht saniert und in ein «modernes und außergewöhnliches Schiffsmuseum» umgewandelt werden. Ein Bestandteil der Ausstellung soll eine virtuelle Hafenrundfahrt mit einer Virtual-Reality-Brille werden. So sollen Besucherinnen und Besucher den Hafen der Kaiserlichen Marine um 1913 erleben können.
Um norddeutsche Traditionsschiffe als schwimmende Kulturdenkmäler zu erhalten, hat die Bundesregierung nach früheren Angaben zuletzt insgesamt mehr als 23 Millionen Euro bereitgestellt. Das Geld stammt aus dem Haushalt des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und fließt über das Förderverfahren «KulturInvest». Neben der «Kapitän Meyer» sollten unter anderem auch das Segelschiff «Grönland» (Bremerhaven), der Großsegler «Gorch Fock I» (Stralsund) und der Dampfer «Welle» (Bremerhaven) profitieren.