16. August 2026 – dpa

Später 1:0-Erfolg in Hannover

«Ein bisschen dreckig»: Wolfsburg holt ersten Zweitliga-Sieg

Zweitliga-Fußball in Erstliga-Atmosphäre: Der VfL Wolfsburg lockt beim Nachbarschafts-Duell in Hannover 49.000 Fans an. Kurz vor Schluss jubelt der Favorit doch noch.

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Wolfsburgs Fabian Reese jubelt nach seinem Tor zum 1:0 in Hannover., Foto: Swen Pförtner/dpa

Auf so einen Moment haben sie beim VfL Wolfsburg monatelang warten müssen. Das glückliche 1:0 (0:0) bei Hannover 96 feierten die Spieler vor einer Wand aus 6.000 mitgereisten VfL-Fans in der Heinz von Heiden Arena. Nach dem Erstliga-Abstieg und einem kompletten Neuaufbau gelang dem großen Aufstiegsfavoriten ausgerechnet in diesem Niedersachsen-Duell der erste Saisonsieg in der 2. Fußball-Bundesliga.

«Der erste Sieg war ein bisschen dreckig. Aber das ist auch ein Sieg», sagte Sportdirektor Pirmin Schwegler hinterher. Das entscheidende Tor vor 49.000 Zuschauern fiel erst durch einen Foulelfmeter von Fabian Reese in der 87. Minute. Bis dahin war Hannover das aktivere Team mit den deutlich besseren Torchancen gewesen.

Die Wolfsburger sorgten nur für Gefahr, wenn Profis wie Muhammed Damar oder Joakim Maehle ihre individuelle Klasse ausspielten. Torschütze Reese sagte deshalb auch: «Das Schöne ist: Wir haben jetzt vier Punkte und trotzdem noch ein riesiges Steigerungspotenzial.»

Die ersten Schlagzeilen dieses Nachbarschafts-Duells lieferte Hannover: Den für rund eine Million Euro aus der Schweiz verpflichteten neuen Torwart Pascal Loretz setzte Trainer Christian Titz nach nur einem Spiel auf die Bank. Unter dem lauten Jubel der Fans wurde kurz vor dem Anpfiff die Vertragsverlängerung mit Stürmer Lars Gindorf verkündet.

Bis zur ersten guten Chance dauerte es dann mehr als 25 Minuten. Wolfsburgs Yannick Gerhardt wurde von Damar freigespielt, scheiterte im Strafraum aber an dem gut reagierenden Loretz-Ersatz Leo Weinkauf.

Auf der anderen Seite machte der Vorjahres-Vierte Hannover aus seiner Überlegenheit zu wenig. Mehrfach fehlte im Angriff die letzte Genauigkeit. Die mit Abstand beste Chance der ersten Halbzeit vergab Maurice Neubauer, als er nach einem schönen Steilpass von Neueinkauf Marcel Hartel völlig frei vor dem Wolfsburger Tor stand. Doch der erst 18-jährige Keeper Jakub Zielinski parierte den Schuss mit nur einer Hand (36.).

Wegen Pyrotechnik im 96-Fanblock wurde das Spiel zu Beginn der zweiten Halbzeit kurz unterbrochen. Taktisch wagten beide Trainer mehr. Wolfsburgs Tobias Strobl brachte Glatzel (46.). Titz wechselte mit Benjamin Källman und Benedikt Pichler gleich zwei neue Stürmer ein (61.).

Wolfsburg war nun etwas besser im Spiel, blieb aber harmlos. Die besten Chancen der zweiten Hälfte hatte erneut Hannover durch Jean Hugonet (77.) und Pichler (79.). Der Umgang damit rächte sich am Ende noch - wie schon beim 1:3 zum Saisonauftakt in Cottbus. «Fußball ist manchmal grausam. Aber wir können uns nicht beschweren. Denn es liegt an uns», sagte Titz.

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