18. Oktober 2026 – dpa

Auftritt nach Lungenoperation

Papst bei Rückkehr in den Vatikan umjubelt

Nach seiner Krebs-OP ist Leo XIV. wieder im Vatikan. Beim Angelus-Gebet vor Zehntausenden auf dem Petersplatz wirkt er fit. Aber noch gibt es keine Entwarnung. Wie sehen die nächsten Wochen aus?

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Unter dem Beifall des Krankenhauspersonals und von Gläubigen ging Leo der XIV. aus dem Krankenhaus. Äußerlich war ihm die schwere Operation vom vergangenen Dienstag nicht anzusehen.

Papst Leo XIV. hat nach überstandener Lungenkrebs-Operation seine Pflichten im Vatikan wieder aufgenommen. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt wurde das Oberhaupt der katholischen Kirche von Zehntausenden auf dem Petersplatz bejubelt. Der 71-Jährige bedankte sich für Genesungswünsche und Gebete aus aller Welt. «Ich habe Eure Unterstützung wirklich gespürt. Danke.» Zugleich erinnerte an die vielen anderen Krebskranken. «Ich habe mich denen nahe gefühlt, die diese Krankheit durchmachen.»

Nach Schätzungen hatten sich mehr als 30.000 Menschen auf dem zentralen Platz mitten in Rom versammelt, um den gebürtigen US-Amerikaner nach fünf Tagen im Krankenhaus zurück zu empfangen. Leo wandte sich mit den Worten «Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!» vom Fenster seines Arbeitszimmers im dritten Stock des Apostolischen Palastes an die Menge. Der Papst machte bei dem achtminütigen Sonntagsgebet einen gesunden Eindruck. Er sprach mit fester Stimme und ohne Probleme beim Atmen.

Viele äußerten Freude und Erleichterung über die überraschend schnelle Rückkehr. Eigentlich war erwartet worden, dass Leo bis mindestens Dienstag im Krankenhaus bleiben muss. «Ich hoffe, dass er wieder vollständig gesund wird und noch viele, viele, viele Jahre unser Hirte sein wird», sagte Michelle Sutko (74) aus Chicago, Leos Heimatstadt, der dpa. Nanett Sommer (48) aus Hamburg meinte: «Ich finde es gut, dass er so offen mit seiner Krankheit umgeht und sagt, dass er Krebs hat. Das ist ja eher ungewöhnlich.»

Leo bedankte sich insbesondere beim Personal der Gemelli-Klinik in Rom, wo er behandelt und operiert worden war. Er versprach: «Sobald die heikle Phase überwunden ist, werde ich meine Aktivitäten schrittweise wieder aufnehmen, wie immer mit der Hilfe Gottes und Eurer Gebete.» Zum weiteren Terminplan äußerte sich der Vatikan im Detail nicht. Nach Angaben seiner Ärzte hat Leo die OP gut überstanden.

Genau eine Woche zuvor hatte der gebürtige US-Amerikaner an derselben Stelle seine Erkrankung öffentlich gemacht. Am Dienstag musste er sich dann der 90-minütigen Operation unterziehen. Dabei wurde ihm der untere Lappen seines rechten Lungenflügels entfernt, weil sich dort ein bösartiger Tumor eingenistet hatte. Dies gelang nach Angaben der Ärzte vollständig. Weiterhin unklar ist jedoch, ob der Krebs in seinem Körper gestreut hat oder nicht.

Das Gemelli-Krankenhaus, wo er operiert wurde, konnte der Papst überraschend schon am Samstag gegen 15.30 Uhr verlassen. Vom Klinikpersonal, anderen Patienten und Schaulustigen wurde er mit viel Applaus verabschiedet. Auf die Frage, wie es ihm gehe, antwortete er: «Viel besser, danke.» Ein krebskrankes Mädchen aus der Ukraine überreichte ihm eine Stoffpuppe, die offensichtlich den Papst darstellen soll.

Beim Abschied aus der Klinik machte Leo einen entspannten Eindruck. Er lächelte und winkte viel zurück. Dann wurde er in einem schwarzen SUV zurück in seine Wohnung gefahren. Vermutet wird, dass sich Leo noch einige Tage schonen wird. Die Planungen für eine Südamerika-Reise im nächsten Monat, bei der Leo auch seine zweite Heimat Peru besuchen will, laufen jedoch weiter. Weitere Stationen sind Argentinien und Uruguay. Dabei will er nach dem langen Flug auch eine Stadt in 3.400 Metern Höhe besuchen, was manche Ärzte skeptisch sehen.

Vor seiner Entlassung hatte sich der Papst noch einmal den Brustkorb röntgen und Blut entnehmen lassen. Anschließend erklärten seine Ärzte, «nach Auswertung des klinischen Bildes» könne er nach Hause. Der Chirurg Stefano Margaritora, der ihn operiert hatte, gab später auch grünes Licht für die Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru. Er glaube, dass der Papst «in etwa zehn Tagen vollständig genesen» sein werde. «Ich würde sagen, dass es keine medizinischen Gründe gibt, warum die Reise nicht stattfinden sollte.»

Noch im Krankenhaus widmete sich der Papst einem der schwierigsten Themen: Er telefonierte mit Kremlchef Wladimir Putin und brachte laut Vatikan seine «tiefe Besorgnis» über die humanitäre Lage in der seit Monaten von Russland abgeriegelten Kleinstadt in der Region Cherson zum Ausdruck. Putin ging darauf nicht ein und schob die Verantwortung der Ukraine zu. Der Vatikan bemühte sich seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 mehrfach um Vermittlung zwischen beiden Seiten, jedoch ohne Erfolg.

Ob der Papst nach der Entfernung des Tumors nun krebsfrei ist, dazu äußern sich die behandelnden Ärzte im Detail nicht. Dabei geht es um die Frage, ob sich anderswo im Körper Metastasen gebildet haben. Auch zur weiteren Behandlung gab es keine näheren Angaben. Bekannt ist, dass Leo Atemtherapie bekommt. Seinem 2025 verstorbenen argentinischen Vorgänger Franziskus fehlte bereits seit jungen Jahren ebenfalls ein Teil der Lunge.

Mit seinen 71 Jahren ist Leo – mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost – ein verhältnismäßig junger Papst. Deshalb gingen bei seiner Wahl vor eineinhalb Jahren viele davon aus, dass der US-Amerikaner die Geschicke der katholischen Kirche für einen langen Zeitraum bestimmen werde. Seither machte er insbesondere durch eine Enzyklika – ein Lehrschreiben – zum Thema Künstliche Intelligenz auf sich aufmerksam. Weltweit sorgten zudem Kontroversen mit US-Präsident Donald Trump für Schlagzeilen.

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