09. Oktober 2026 – dpa
Die diesjährige Friedensnobelpreisträgerin kämpft seit Jahrzehnten für die Menschenrechte. Die Entscheidung für Navi Pillay sorgt nicht nur bei den Vereinten Nationen für Freude und Hoffnung.
Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay ist nach Ansicht der Vereinten Nationen ein starkes Signal im Kampf für Menschenrechte. Die Auszeichnung sei besonders bedeutend «in einer Zeit, in der Menschenrechte an so vielen Fronten unter Beschuss stehen - auch vonseiten derer, die enorme Macht ausüben», sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, in Genf.
Türk dankte seiner früheren Amtsvorgängerin Pillay im Namen des UN-Büros für Menschenrechte: «Du bleibst eine Inspiration für uns und Millionen anderer Menschen. Wir werden den Sieg davontragen», sagte der österreichische UN-Diplomat.
Die Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Tomoko Akane, sagte, der Preis sei «eine wichtige Würdigung der entscheidenden Rolle, die die internationale Justiz als Eckpfeiler eines dauerhaften Friedens spielt». Gerade in der heutigen Zeit, in der Institutionen des internationalen Rechts unter großem Druck stünden, sei diese Auszeichnung von besonderer Bedeutung.
Pillay war von 2003 bis 2008 Richterin an dem Gerichtshof in Den Haag. Besonders die USA setzen das Gericht unter starken Druck und hatten Sanktionen gegen Richter und Ankläger verhängt.
Nach ihrer Zeit am Weltstrafgericht war Pillay 2008 bis 2014 Hochkommissarin für Menschenrechte. Von 2021 bis 2025 leitete sie die Unabhängige internationale Untersuchungskommission der UN zu den besetzten palästinensischen Gebieten.
Auch Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa würdigte Pillays Einsatz für Frieden, Menschenwürde und Gerechtigkeit. «Sie hat der Menschheit mit Prinzipientreue und dem Glauben gedient, dass die Welt ein besserer Ort sein kann und sollte», erklärte er.
Die Ehrung erinnere daran, allen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und ihren Lebensumständen die Möglichkeit zu geben, ihr Potenzial zu entfalten und zur Gesellschaft beizutragen. Pillay ist nach Albert Luthuli, Desmond Tutu, Nelson Mandela und Frederik Willem de Klerk die fünfte südafrikanische Persönlichkeit, die den Friedensnobelpreis erhält.
Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer sagte in Berlin, Pillay habe über Jahrzehnte hinweg mit großem persönlichem Engagement und beeindruckender Beharrlichkeit für Menschenrechte, Gerechtigkeit und die Durchsetzung des Völkerrechts gekämpft. Ihr Lebenswerk «verdient unsere höchste Anerkennung». Deutschland stehe fest zum Völkerrecht und zur internationalen Gerichtsbarkeit.