07. November 2026 – dpa

Cornell University

Vergewaltigungsvorwurf an US-Uni: Misstrauen gegen Leitung

Eine Studentin der US-Elite-Universität Cornell soll 2024 von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Von einem Gremium gab es nun ein Votum, mit dem der Druck auf die Uni-Leitung wächst.

3ciwx4jsk2-v15-ax-s2048.jpeg
Im Zentrum des Falls steht eine frühere Studentin, die unter dem Pseudonym Jane Doe auftritt. Sie wirft mehreren Männern vor, sie 2024 vergewaltigt zu haben. (Archivbild)

Wegen des Umgangs mit einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung hat der Fakultätssenat der US-Eliteuniversität Cornell der Hochschulleitung das Misstrauen ausgesprochen. Das Votum wurde am Freitag (Ortszeit) mit 75 zu 50 Stimmen bei fünf Enthaltungen angenommen, fünf weitere Mitglieder gaben keine Stimme ab, wie die «New York Times» berichtete.

Das Misstrauensvotum sei vor allem ein symbolischer Schritt, denn absetzen könne das Gremium Uni-Präsident Michael Kotlikoff nicht. Dennoch wiegt die Kritik schwer: Der Umgang der Leitung mit dem brisanten Vergewaltigungsvorwurf rückt die Universität seit Monaten in den Blick der Öffentlichkeit. Im Zentrum steht der Vorwurf einer ehemaligen Studentin, im Oktober 2024 im Haus einer Studentenverbindung von mehreren Männern vergewaltigt worden zu sein.

Der Fakultätssenat, der die Interessen des akademischen Personals vertritt, dringe darauf, dass die Universität ihren Umgang dem Problem sexueller Übergriffe auf dem Campus ändere. Man habe «kein Vertrauen in die Fähigkeit der zentralen Verwaltung, die andauernde Krise um sexuelle Übergriffe an der Cornell University wirksam zu bewältigen», zitiert die «New York Times» aus dem Votum.

Rückendeckung erhielt Kotlikoff dagegen vom Rat der Hochschule. Dessen Vorsitzende Anne Meinig Smalling stellte sich hinter den Präsidenten: Er und seine Verwaltung seien die richtige Führung, um das Problem anzugehen. Zugleich räumte sie laut CNN ein, das Votum spiegle «tiefe Wut auf unserem Campus» wider. Kotlikoff habe die Fakultät um Zeit für Reformen gebeten – ein Teil des Lehrpersonals und der Studenten fordere dagegen seinen Rücktritt.

Auslöser ist der Fall einer ehemaligen Studentin, die nur unter dem Pseudonym Jane Doe bekannt ist. Sie soll 2024 in einem Verbindungshaus von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Die Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe. Strafrechtliche Konsequenzen gab es zunächst nicht. Nach einer Zivilklage und wachsender öffentlicher Kritik wird der Fall inzwischen von New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James untersucht.

Weitere Meldungen

undefined
Antenne Niedersachsen
Audiothek