27. August 2026 – dpa
Nach der Sturzflut in Tibet steigt die Zahl der Vermissten sprunghaft an. Schlammmassen und beschädigte oder zerstörte Straßen und Brücken erschweren den Rettungseinsatz.
In China ist die Zahl der Vermissten nach der Sturzflut im Südwesten Tibets an der nepalesischen Grenze um fast 300 auf 558 gestiegen. Am Vortag hatten die Behörden noch von 265 Vermissten gesprochen. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete weiter, zwei Menschen seien gerettet worden. Die chinesischen Behörden sprachen demnach zunächst weiter von drei Todesopfern.
Eine verheerende Sturzflut hatte am Mittwoch im Grenzgebiet zwischen Nepal und dem Kreis Gyirong in Tibet enorme Schäden angerichtet. Nepals Polizei spricht bislang von 162 Toten. Hunderte Menschen werden auch dort noch vermisst, darunter viele ausländische und nepalesische Touristen. Es ist davon auszugehen, dass die Opferzahlen weiter ansteigen werden.
Was die Sturzflut genau auslöste, ist noch unklar. Vermutet wurde zunächst eine Gletscherlawine, die einen Zufluss des Bhotekoshi blockiert haben könnte, wie die «Kathmandu Post» berichtete. Der Fluss entspringt im Hochland von Tibet. Der von der Gletscherlawine angestaute See könnte sich als massive Flutwelle aus Geröll und Eis flussabwärts ergossen haben, so die Vermutung.
Die Rettungskräfte in den Katastrophengebieten in Nepal und China suchten einen Tag nach dem Unglück weiter mit Hochdruck nach Vermissten. In China erreichten 111 Experten der Feuerwehr am Vormittag (Ortszeit) den Flughafen in Tingri, im Südwesten Tibets, um von dort ins Katastrophengebiet aufzubrechen, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete.
Das Gebiet ist schwer zugänglich. Die dicken Schlammmassen am dramatisch überspülten Grenzübergang Gyirong erschwerten die Rettungsarbeiten, weil dadurch Zufahrtswege blockiert waren, wie es im chinesischen Staatsfernsehen hieß.