30. September 2026 – dpa

78. Verhandlungstag

Delling im Block-Prozess: Hoffe, dieser Alptraum endet bald

Gerhard Delling war ein bekannter TV-Sportmoderator. Seit mehr als einem Jahr ist er Angeklagter in einem Prozess um Kindesentführung. Er berichtet von Tränen, Verzweiflung - und einem Knüppel.

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Gerhard Delling ist der Lebensgefährte von Christina Block., Foto: Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

In der Schlussphase des Prozesses um die Entführung der Block-Kinder hat Christina Blocks Lebensgefährte, Gerhard Delling, die Vorwürfe der Anklage erneut bestritten. «Ich war weder beteiligt noch hatte ich eine Ahnung davon», sagte der frühere Sportmoderator vor dem Landgericht Hamburg. Das Verfahren, in dem er wegen Beihilfe angeklagt ist, habe sein Leben «extrem beeinträchtigt». Er hoffe sehr, «dass dieser Alptraum nun endlich zum Ende kommt».

Die 53 Jahre alte Hamburger Unternehmerin Block ist angeklagt, nach einem erbitterten Sorgerechtsstreit eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihre damals 13-jährige Tochter und den zehnjährigen Sohn vom Wohnort des Vaters Stephan Hensel in Dänemark nach Deutschland zu entführen. Maskierte Täter brachten die Kinder Neujahr 2024 erst nach Süddeutschland, dann nach Hamburg. Christina Block, Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette Block House, Eugen Block, beteuert ihre Unschuld.

Kinder lebten seit Sommer 2021 beim Vater

Hensel hatte die beiden jüngsten Kinder des Ex-Paares nach einem Wochenendbesuch im August 2021 nicht nach Hamburg zurückgebracht. Als Grund nannte er damals Gewaltvorwürfe, die seine frühere Ehefrau bestreitet. Sie hatte Hensel wiederum vorgeworfen, den Jungen und das Mädchen zu manipulieren und zu entfremden.

«Die Kinder hatten keine Angst vor ihrer Mutter, sie waren eng mit ihr verbunden», sagte Delling. In seiner Anwesenheit habe er niemals Gewalt seiner Partnerin gegen ihre Kinder erlebt - sonst wäre er nicht bei ihr geblieben. «Ich habe noch nie so viele Tränen gesehen», berichtete der Angeklagte in seiner mehrstündigen Erklärung über die Verzweiflung der Mutter, die seit Jahren keinen Kontakt zu ihren Kindern in Dänemark hat. Nur mittels Detektiven habe Block überhaupt etwas über ihre Kinder erfahren können.

Delling berichtete, er habe sich anfangs gut mit den Kindern verstanden. Doch in Dänemark sei er als Feindbild aufgebaut worden. Er habe in der Silvesternacht keine Ahnung gehabt, dass die Kinder entführt werden könnten, sagte der 67-Jährige. Er habe in den Tagen danach selbst Ängste vor Angriffen gehabt, denn er habe den Hinweis erhalten, dass Hensel als aggressiv gelte, sagte Delling. Deshalb habe er damals «einen Knüppel mit ans Bett» genommen. Delling hatte bereits im September 2025 in dem Prozess eine lange Erklärung abgegeben.

Delling soll laut Staatsanwaltschaft das Zusammentreffen Blocks mit ihrem Sohn und der Tochter am 1. Januar 2024 in Baden-Württemberg organisiert und ihre gemeinsame Rückkehr nach Hamburg koordiniert haben. Delling wird außerdem verdächtigt, gegenüber Kriminalbeamten falsche Angaben gemacht zu haben. Ein 37-Jähriger aus Israel ist der einzige der insgesamt sieben Angeklagten, der die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft eingeräumt hat.

Delling betonte, dass er Selbstjustiz ablehne. Er habe sich sein Leben lang nichts zuschulden kommen lassen. «Es gibt in all den Jahren keine Skandale und Skandälchen», betonte er. Infolge des Prozesses sei sein «Arbeitsleben nahezu zum Erliegen gekommen».

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. Die Vorsitzende Richterin kündigte eine Frist bis zum 28. Oktober an für das schriftliche Stellen weiterer Beweisanträge. Danach könnten die Plädoyers beginnen.

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