06. Oktober 2026 – dpa
Heute sollte sein neues Buch erscheinen, gestern ist er laut Verlag «plötzlich und friedlich zu Hause» gestorben: Der britische Autor Jeffrey Archer wurde 86 Jahre alt.
Er verkaufte Millionen Bücher weltweit, war Politiker und saß im Gefängnis: Jeffrey Archers Leben war selbst eine faszinierende Geschichte. Am Montag ist der britische Autor im Alter von 86 Jahren «plötzlich und friedlich zu Hause» gestorben, wie sein Verlag am Abend in einer Mitteilung erklärte, aus der britische Medien zitierten - einen Tag vor dem Erscheinen seines letzten Werkes «Adam und Eva» am heutigen Dienstag.
Der britische Moderator Gyles Brandreth schrieb in einem Post auf der Plattform X, er habe am Sonntag noch einen wunderbaren Abend mit Archer verbracht, um dessen neues Buch zu feiern.
Von Archers Werken verkauften sich dem Sender BBC zufolge mehr als 300 Millionen Exemplare. Sein Verlag HarperCollins nannte ihn einen meisterhaften Geschichtenerzähler, dem seine Leserinnen und Leser alles bedeutet hätten.
Bereits mit seinem ersten Roman «Es ist nicht alles Gold, was glänzt» (1976) kam Archer zu Ruhm. Sein nächstes Buch «Kain und Abel» (1979) wurde ein Weltbestseller und brachte ihm den Durchbruch. Leser verschlingen seither seine dramatischen Spannungsromane, die oft in der Politik oder Finanzwelt spielen.
Lord Jeffrey Archer wurde in London am 15. April 1940 geboren, er wuchs in Somerset auf. Zunächst verfolgte er eine politische Laufbahn: Mit 29 wurde er einer der jüngsten konservativen Abgeordneten, musste seinen Parlamentssitz allerdings fünf Jahre später wegen einer Fehlinvestition aufgeben. Seinen ersten Roman schrieb er, um eine Insolvenz zu vermeiden.
Die Politik ließ ihn jedoch nicht los: 1985 wurde er unter Margaret Thatcher zum stellvertretenden Parteivorsitzenden der Konservativen. Doch bereits ein Jahr später musste er zurücktreten, da ihm vorgeworfen wurde, eine Prostituierte bezahlt zu haben. Er klagte erfolgreich, wurde später in den Adelsstand erhoben und kandidierte für das neu geschaffene Amt des Oberbürgermeisters in London.
Doch seine Verleumdungsklage holte ihn ein, er wurde 2001 wegen Meineids und Behinderung der Justiz zu vier Jahren Haft verurteilt und saß zwei Jahre davon ab. Über diese Zeit veröffentlichte er «A Prison Diary», sein Gefängnistagebuch. Bis 2024 gehörte Archer dann dem britischen Oberhaus an.
Seinen literarischen Durchbruch hatte Archer mit 34 Jahren mit dem Roman «Es ist nicht alles Gold, was glänzt». Er half ihm, dem Bankrott zu entgehen, wurde innerhalb eines Jahres in 17 Ländern veröffentlicht und verkaufte sich knapp 30 Millionen Mal.
Als sein bekanntestes Werk gilt «Kain und Abel» aus dem Jahr 1979. Über 100 Millionen Menschen lasen das Epos über zwei ungleiche Männer, die am gleichen Tag geboren wurden. Es wurde in 42 Sprachen übersetzt und in mehr als 100 Ländern veröffentlicht.
Er schrieb diszipliniert acht Stunden täglich mit der Hand und brachte regelmäßig neue Bestseller heraus. Noch mit knapp 80 Jahren begann er eine neue Serie, die «Warwick-Saga», über den Aufstieg eines Streifenpolizisten, der sich dabei - wie immer in Archers Erfolgsromanen - Intrigen und Betrügern gegenübersieht.