09. Oktober 2026 – dpa

Vom Buch zum Film

Schlöndorff über «Vampirismus» bei Literaturverfilmungen

Jenny Erpenbecks Film «Heimsuchung» wurde während der Frankfurter Buchmesse als beste Literaturverfilmung ausgezeichnet. Wie gut gelang Autorin und Regisseur die Zusammenarbeit?

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Schriftstellerin Jenny Erpenbeck wurde ausgezeichnet.

Wie wird aus einem Roman ein Spielfilm? Wenn der Regisseur Volker Schlöndorff ein Buch verfilmt, hat er oft das Gefühl, «Vampirismus» zu betreiben, sagte er auf der Frankfurter Buchmesse. Dabei sauge er «das Blut aus dem Schriftsteller heraus», schaffe Personen, die dann dem Schriftsteller verloren gingen.

Der Film «Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte» erhält am Freitagabend den Preis der Frankfurter Buchmesse für die beste Verfilmung eines literarischen Stoffes. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jenny Erpenbeck - die mit der Kooperation sehr zufrieden war, wie sie bei dem gemeinsamen Auftritt der beiden auf der Buchmesse sagte.

Schlöndorff sei «unglaublich respektvoll und vorsichtig und behutsam» mit ihr und ihren Vorstellungen umgegangen, sagte Erpenbeck. «Was Besseres kann man sich nicht wünschen als Autorin.» Sie habe sogar ein Mitsprachrecht bei der Auswahl der Schauspieler gehabt.

«Der Film ist ein herausragendes Beispiel für eine gelungene Literaturadaption», begründete der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos, seine Entscheidung. «Er bewahrt die Genauigkeit und Haltung der Vorlage und findet Bilder für das, was zwischen den Zeilen liegt: das Verdrängte, das Mitgeschleppte, das Wiederkehrende.»

Das Buch erzählt von 15 Figuren, die durch ein Sommerhaus an einem märkischen See verbunden sind - ein Spiegel deutscher Geschichte von der Weimarer Republik bis zum Ende der DDR. Der Film startet in deutschen Kinos am 15. Oktober. In den Hauptrollen spielen Lars Eidinger und Martina Gedeck.

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