24. Juli 2026 – Alena Triebold
VW-Chef Oliver Blume strebt eine Verabschiedung seines neuen Sparpakets für den Konzern noch in diesem Jahr an. Sein Ziel sei es, dazu bis Jahresende Beschlüsse im Aufsichtsrat zu treffen, sagte Blume im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. «Wir gehen davon aus, dass wir bis Jahresende dort ein großes Stück weiter sind.»
Vor zwei Wochen waren die Sparpläne erstmals im VW-Aufsichtsrat behandelt worden und bei Arbeitnehmervertretern und dem an VW beteiligten Land Niedersachsen auf Widerstand gestoßen. Vier Werke und bis zu 50.000 zusätzliche Stellen stehen auf der Kippe - zusätzlich zu den 50.000 Jobs, die bis 2030 bereits abgebaut werden sollen. Das Kontrollorgan habe sich vor zwei Wochen erstmals umfassend mit dem Thema befasst, sagte Blume. «Dort gab es sehr konstruktive, aber auch kontroverse Diskussionen. Wir haben dort noch keinen umfassenden Beschluss treffen können.»
Im September solle es eine weitere Sitzung dazu geben. «Und ich bin auch fest davon überzeugt, da dieses Paket so groß ist, wird es auch noch weitere Sitzungen in diesem Jahr dazu geben», so Blume. «Jetzt geht es erst mal um den großen Rahmen, den wir dort vereinbaren.» Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass dies bis Jahresende gelingen werde. «Da gehe ich schon fest davon aus, dass wir das in diesem Jahr machen müssen.»
Widerstand gegen neue Sparpläne
Von Gewerkschaft und Betriebsrat kommt bereits kräftig Gegenwind. Ebenso vom Land Niedersachsen, das mit 20 Prozent an VW beteiligt ist und zwei Mitglieder im Aufsichtsrat stellt. Zusammen mit den Arbeitnehmern stellen sie dort die Mehrheit. In dem Gremium fielen die Pläne Berichten zufolge dann auch zunächst durch.
Wieder Gewinneinbruch
Am Morgen hatte VW die neuen Zahlen präsentiert. Der Gewinn des Volkswagen-Konzerns ist im zweiten Quartal erneut eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei das Konzernergebnis nach Steuern in den Monaten April bis Juni um 32,9 Prozent von 2,29 Milliarden Euro auf 1,54 Milliarden Euro gesunken, teilte Europas größter Autobauer in Wolfsburg mit.
Im zweiten Quartal 2025 hatte VW unterm Strich noch 2,29 Milliarden Euro verdient. Das waren damals bereits 36 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Auslieferungen fielen konzernweit um fast 9 Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge, wie der Konzern bereits zuvor mitgeteilt hatte. Auf dem wichtigen Markt China sackten die Verkäufe sogar um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge ab. Abseits Chinas sah es dagegen im Verkauf etwas besser aus.
(mit Material der dpa)