05. Oktober 2026 – Alena Triebold
Nun haben es auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies offiziell bestätigt: Emden soll der zweite Stützpunkt der Bundeswehr an der Nordsee werden.
Die Bundeswehr rüstet weiter auf: Das wird man künftig auch in Emden in Ostfriesland sehen. Hier soll Niedersachsens zweiter Marinehafen entstehen. Das haben Pistorius und Lies bei einem Vor-Ort-Termin in Emden am heutigen Montag (05.10.) verkündet. In den vergangenen Wochen hatte es bereits Berichte darüber gegeben, dass die Wahl auf Emden gefallen ist.
An der Nordseeküste verfügt die Marine bislang nur in Wilhelmshaven mit dem Marinestützpunkt Heppenser Groden über einen eigenen Hafen. Die Marine und das Bundesverteidigungsministerium hatten zuletzt mögliche weitere Standorte geprüft.
Pistorius sprach von einer Milliardeninvestition. Nach Möglichkeit solle der Hafen Anfang der 2030er Jahre fertig sein.
"Emden wird wieder Standort der deutschen Marine», sagte der Minister. Aktuell sei die Marine die kleinste in der Geschichte der Bundeswehr, obwohl sie gleichzeitig die größten und umfangreichsten Aufgaben erfüllen müsse. «Also muss die Marine wachsen, und das wird sie."
Zweiter Marine-Stützpunkt an der Nordsee
Langfristig könnten dem Minister zufolge bis zu 2.000 Dienstposten in Emden entstehen. Für den Standort sprächen die große Flächenverfügbarkeit in Emden und die gute Erreichbarkeit des Nordatlantiks.
Es sei zudem wichtig, dass die Marine neben Wilhelmshaven einen zweiten Stützpunkt an der Nordsee bekomme. Das mache die Marine flexibler und agiler. «Damit sind wir im Ernstfall schwerer ausrechenbar und erhöhen unsere operativen Möglichkeiten. Darauf kommt es letztlich an», sagte Pistorius.
Der Marinehafen in Wilhelmshaven – der Marinestützpunkt Heppenser Groden – ist bislang der einzige der Marine an der Nordseeküste. Die Marine und das Bundesverteidigungsministerium hatten zuletzt mögliche weitere Standorte geprüft, darunter Bremerhaven. Den Bedarf für neue Standorte begründete das Ministerium mit dem geplanten Aufwuchs der Streitkräfte.
(mit Material der dpa)