Amok-Alarm an einer Schule in Langwedel, eine Einigung im Tarifstreit der Seehäfen, Streit um die Bahnstrecke Hannover-Hamburg und eine Gasexplosion in Hannover-Ricklingen: Das sind heute einige der wichtigsten Themen aus Niedersachsen. Dazu kommen Ermittlungen in Meppen, eine Brandserie in Zeven, neue Debatten um den Marinehafen in Emden und ein Urteil im Fall des Germanwings-Absturzes.
Oldenburg/Küste/HB (Bremen und Umzu, Oldenburg, Küste, Ostfriesland)
Langwedel: Entwarnung nach Amok-Alarm an Oberschule
An der Oberschule in Langwedel ist am Morgen ein Amok-Alarm ausgelöst worden. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an.
Am späten Vormittag gab es Entwarnung. Nach Polizeiangaben bestand zu keinem Zeitpunkt eine echte Gefahr. Eltern wurden fortlaufend informiert, vor der Schule gab es eine Sammelstelle.
Seehäfen: Tarifparteien einigen sich
Im Tarifstreit der Seehäfen gibt es nach langen Verhandlungen eine Einigung. Die Stundenlöhne sollen um 3,4 Prozent steigen.
Der neue Tarif gilt für rund 11.000 Beschäftigte von Emden über Wilhelmshaven bis nach Hamburg. Streiks sind damit vom Tisch, nachdem es zuvor bereits Warnstreiks gegeben hatte.
Emden: Reaktionen auf neuen Marinehafen gemischt
Emden bekommt einen neuen Marinehafen. Land und Stadt begrüßen das Vorhaben, bei Bürgerinnen und Bürgern fällt die Bewertung unterschiedlich aus.
Ministerpräsident Lies sagte, die Marine sei in Emden herzlich willkommen. In einer Umfrage in der Fußgängerzone äußerten sich Menschen teils kritisch. Der neue Marinehafen soll Anfang der 30er Jahre fertig sein, etwa 2.000 Menschen sollen dort dann beschäftigt werden.
Heide (Lüneburger Heide, Unterelbe, Wendland, Altes Land)
Bahnstrecke Hannover-Hamburg: Bundestag berät
In den nächsten Tagen könnte entschieden werden, ob die Bahnstrecke Hannover-Hamburg neu gebaut oder ausgebaut wird. Am Mittwoch berät der Verkehrsausschuss des Bundestages, am Donnerstag steht das Thema im Bundestag auf der Agenda.
Die Debatte war vor zwei Wochen wegen Unklarheiten von der schwarz-roten Koalition gestrichen worden. Zuletzt hatten sich Verkehrspolitiker im Bund für einen Neubau durch die Lüneburger Heide ausgesprochen. Ministerpräsident Olaf Lies und Vizekanzler Lars Klingbeil sprechen sich dagegen aus und setzen auf einen Ausbau.
Zeven: Polizei schaltet Hinweis-Portal frei
In Zeven beschäftigt eine Brandserie die Ermittler. Der Schaden liegt bei rund 1,5 Millionen Euro.
Die Polizei schließt einen Zusammenhang zwischen drei großen Feuern nicht aus. Zeugen können über ein digitales Hinweis-Portal auch Fotos oder Videos hochladen.
Hannover (Hannover und Region, Schaumburger Land, Weserbergland)
Hannover-Ricklingen: Sechs Verletzte nach Gasexplosion
In Ricklingen hat es in einem Mehrfamilienhaus eine Gasexplosion gegeben. Danach brach ein Feuer aus, sechs Menschen wurden verletzt, eine Person schwer.
Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Laut Feuerwehr wurde die komplette Fensterfront auf die Straße geschleudert, außerdem stürzte ein Teil der Decke einer Etage teilweise ein.
Stolzenau: Regionales Versorgungszentrum wird geprüft
In Stolzenau wird wegen des Ärztemangels über ein regionales Versorgungszentrum beraten. Zehn Hausärzte fehlen, zugleich steht das Krankenhaus vor der Schließung.
Eine Machbarkeitsstudie kommt laut Bericht zu dem Ergebnis, dass ein solches Zentrum grundsätzlich möglich wäre. Nun geht es um Ausgestaltung und Kosten. Im kommenden Jahr soll eine Entscheidung fallen. In dem Zentrum könnten Hausärzte, Therapien, eine Apotheke und ein Sanitätshaus unter einem Dach gebündelt werden.
Osnabrück/Lingen (Osnabrück, die Grafschaft und das Emsland)
Stavern: Schützenverein öffnet sich für Frauen
Der Schützenverein Stavern beendet eine jahrzehntelange Männertradition und öffnet sich für Frauen. Die Mitglieder beschlossen einstimmig, den Verein für alle ab 16 Jahren zugänglich zu machen.
Die ersten Frauen sind bereits eingetreten. Künftig könnten sie auch Aufgaben im Vorstand übernehmen. Vor drei Jahren war ein entsprechender Antrag noch gescheitert.
Melle: Laster beschädigt Sicherungsanhänger auf A30
Auf der A30 bei Melle ist in der Nacht ein Laster in einer Baustelle mit einem Sicherungsanhänger zusammengestoßen. Dabei wurde der Tank aufgerissen, rund 300 Liter Diesel liefen aus.
Der Fahrer blieb unverletzt. Die A30 Richtung Hannover war ab Riemsloh mehrere Stunden gesperrt.
Meppen: Ermittlungen wegen Schmuggels in JVA
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt gegen eine JVA-Beamtin, die Handys und Drogen ins Gefängnis in Meppen geschmuggelt haben soll.
Neben der 32-Jährigen stehen acht weitere Beschuldigte im Fokus. Dabei geht es um Häftlinge sowie um Verdächtige, die möglicherweise Kontaktpersonen waren.
Braunschweig/Wolfsburg (Braunschweig, Göttingen, Harz, Wolfsburg)
Braunschweig: Gericht lehnt Klage nach Germanwings-Absturz ab
Mehr als elf Jahre nach dem Germanwings-Absturz mit 150 Toten hat das Landgericht Braunschweig eine Klage von Hinterbliebenen auf weiteres Schmerzensgeld abgelehnt.
30 Hinterbliebene hatten jeweils bis zu 110.000 Euro von Deutschland gefordert. Sie werfen dem Luftfahrtbundesamt in Braunschweig vor, die Flugtauglichkeit des Co-Piloten nicht ausreichend geprüft zu haben. Das Gericht verweist darauf, dass gleichwertige Ansprüche gegen Germanwings geltend gemacht werden könnten.
Braunschweig: Gewerkschaft wirbt für Wolters-Genossenschaft
Für die Brauerei Wolters in Braunschweig bringt die Gewerkschaft NGG ein genossenschaftliches Modell ins Spiel. Über Internetplattformen sind dafür Zusagen in Höhe von 560.000 Euro zusammengekommen.
Die Gewerkschaft fordert einen runden Tisch mit Eigentümern, Stadt und Banken, um rund 90 Arbeitsplätze zu retten. Bis Jahresende wird dort nur noch Bier gebraut, dann ist nach fast 400 Jahren Schluss. Die Marke Wolters könnte dennoch erhalten bleiben, Gespräche mit Interessenten laufen weiter.
Braunschweig/Hannover: Umwelthilfe vergleicht Elektrobusse
Bei der Umstellung auf Elektrobusse sieht die Deutsche Umwelthilfe Braunschweig auf einem besseren Weg als Hannover. In einem Vergleich der 40 größten Städte landete Braunschweig im vorderen Bereich, Hannover eher im hinteren Feld.
Bewertet wurden die Quote der E-Busse und geplante Neuanschaffungen. In Braunschweig fährt fast ein Drittel der Busse bereits elektrisch. Die Deutsche Umwelthilfe fordert einen sofortigen Stopp neuer Verbrennerbusse.
Kurzfakten
- Langwedel: Entwarnung nach Amok-Alarm an der Oberschule
- Seehäfen: Tarif-Einigung für rund 11.000 Beschäftigte
- Emden: Neuer Marinehafen sorgt für Zustimmung und Kritik
- Hannover-Hamburg: Bundestag berät über Neu- oder Ausbau
- Zeven: Polizei startet Hinweis-Portal nach Brandserie
- Hannover-Ricklingen: Gasexplosion in Mehrfamilienhaus mit sechs Verletzten
- Stolzenau: Regionales Versorgungszentrum als mögliche Lösung
- Stavern: Schützenverein lässt künftig auch Frauen zu
- Melle: A30 nach Lkw-Unfall und Diesel-Austritt gesperrt
- Meppen: Ermittlungen gegen JVA-Beamtin und weitere Beschuldigte
- Braunschweig: Gericht weist Klage nach Germanwings-Absturz ab
- Wolters: NGG bringt Genossenschaftsmodell ins Spiel
- Elektrobusse: Braunschweig im Städtevergleich vor Hannover