Die wichtigsten Niedersachsen-News vom 28. Juli 2026: lebenslange Haft nach dem Fall Gyhum, neue Sicherheitsprüfungen für CSDs, steigende Taxipreise, Sorgen im Obstbau und weitere Meldungen aus Hannover, Oldenburg, Osnabrück und Göttingen.
Oldenburg/Küste/HB (Bremen und Umzu, Oldenburg, Küste, Ostfriesland)
Lebenslange Haft nach Tod einer 30-Jährigen in Gyhum
Nach dem gewaltsamen Tod einer 30-Jährigen in Gyhum im Kreis Rotenburg ist ihr Ex-Partner zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Stade stellte außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Nach Gerichtsangaben hatte der 34-Jährige seine Freundin im September im gemeinsamen Haus vergewaltigt und getötet. Wenige hundert Meter vom Tatort entfernt setzte er zudem eine Scheune und Strohballen in Brand. Die Feuerwehr war mehr als 20 Stunden im Einsatz. Kurz nach der Tat stellte sich der Mann.
Taxipreise steigen in Oldenburg, Wilhelmshaven und Leer
In mehreren Kommunen im Nordwesten steigen die Taxipreise oder weitere Erhöhungen stehen bevor. In Oldenburg müssen Fahrgäste bereits mehr zahlen. Im Landkreis Leer und in Wilhelmshaven wurden die Preise ebenfalls erhöht, im kommenden Jahr soll es dort teilweise erneut teurer werden. Auch in der Wesermarsch und im Kreis Rotenburg werden Preiserhöhungen geprüft. Als Hintergrund gilt der gestiegene Mindestlohn. Festgelegt werden die Preise von Städten und Landkreisen, meist nach einem Antrag des Branchenverbands GVN.
Streit um EU-Beihilfeverfahren beim Stadion-Neubau in Oldenburg
Im Streit um den Oldenburger Stadion-Neubau weist Oberbürgermeister Jürgen Krogmann Kritik an fehlender Transparenz zurück. Die Grünen hatten ihm vorgeworfen, dem Rat Informationen zum EU-Beihilfeverfahren vorzuenthalten und demokratische Grundsätze zu missachten. Krogmann betont, die Stadt halte sich an die Vertraulichkeitsregeln der EU-Kommission. Nach Abschluss des Verfahrens sollen Fragen und Antworten vollständig an die Fraktionen weitergegeben werden.
Obstbauern warnen vor dem Verschwinden heimischer Produktion
Obstbauern und das Landvolk Niedersachsen warnen in einem Brandbrief an Politik, Handel und Verbraucher vor dem Rückgang der heimischen Obstproduktion. Als Hauptgründe nennen sie steigende Produktionskosten und den Druck durch günstige Importe. Nach Angaben der Bundesfachgruppe verschwindet in Deutschland etwa alle zwei Tage ein Obstbaubetrieb. Besonders wichtig ist das Thema im Alten Land, dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Nordeuropas, wo Tausende Arbeitsplätze am Obstbau hängen.
Heide (Lüneburger Heide, Unterelbe, Wendland, Altes Land)
Uelzen prüft Sicherheitskonzept für den CSD Mitte August
Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag beim CSD in Berlin will die Stadt Uelzen die Sicherheitskonzepte für größere Veranstaltungen erneut prüfen. Der CSD in Uelzen ist Mitte August geplant. Stadt, Veranstalter und Polizei wollen gemeinsam beraten, ob zusätzliche Maßnahmen sinnvoll sind. Gleichzeitig ruft die Stadt dazu auf, sich am CSD zu beteiligen und gemeinsam ein Zeichen zu setzen.
Taxipreise steigen in Gifhorn und Lüneburg
Auch in der Heide-Region werden Taxifahrten teurer. Im Landkreis Gifhorn liegt der Grundpreis jetzt bei mindestens 6 statt 4,90 Euro. In der Stadt Lüneburg sind die Preise ebenfalls gestiegen. Im Landkreis Harburg steht eine Erhöhung noch an, im Landkreis Celle wird sie geprüft. Als Grund wird der Mindestlohn genannt. Die Tarife legen Städte und Landkreise fest, meist nach einem Antrag des Branchenverbands GVN.
Obstbauern im Alten Land warnen vor Importdruck
Obstanbaubetriebe im Alten Land warnen gemeinsam mit deutschen Obstbauern vor zunehmendem Druck durch günstige Importe. In einem Brandbrief an Politik, Handel und Verbraucher fordern sie mehr Unterstützung für heimisches Obst. Als Belastung nennen sie vor allem steigende Produktionskosten durch höhere Löhne. Besonders betroffen seien Süßkirschen, Zwetschen, Heidelbeeren und Erdbeeren. Zugleich verweisen die Betriebe auf Tausende Arbeitsplätze und eine über Generationen gewachsene Kulturlandschaft.
Hannover (Hannover und Region, Schaumburger Land, Weserbergland)
Kosten gegen den Eichenprozessionsspinner steigen in Hannover und Nienburg stark
Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners wird für viele Kommunen deutlich teurer. In Hannover haben sich die Kosten im Vergleich zum Vorjahr mit mindestens 42.000 Euro verzehnfacht. In Nienburg liegen sie mit mehr als 45.000 Euro fast zwanzigmal so hoch wie im Vorjahr.
Mahnwache in Hannover nach Anschlag am Rande des CSD in Berlin
Nach dem Terroranschlag am Rande des CSD in Berlin haben sich in Hannover erneut Hunderte Menschen zu einer Mahnwache getroffen. Nach Polizeiangaben kamen 500 Menschen auf dem Platz der Weltausstellung zusammen. Oberbürgermeister Belit Onay sagte, Hass und Einschüchterung dürften niemals die Oberhand gewinnen. Für den Queer Wednesday beim Maschseefest wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, Hinweise auf eine konkrete Gefährdungslage gibt es laut Angaben nicht.
Mann nach Hitlergruß im Hauptbahnhof Hannover festgenommen
Ein 37-Jähriger ist am Abend im Hauptbahnhof Hannover festgenommen worden, nachdem er den Hitlergruß gezeigt haben soll. Nach Polizeiangaben war der Mann stark alkoholisiert. Zudem lag ein offener Haftbefehl wegen Diebstahls mit Waffen gegen ihn vor. Statt mit dem Zug nach Braunschweig weiterzufahren, kam er ins Gefängnis und muss dort nun 60 Tage verbringen.
Taxipreise steigen in Gifhorn, Schaumburger Land plant Erhöhung
Auch in Teilen der Region Hannover und des Umlands steigen die Taxipreise. Im Landkreis Gifhorn erhöhte sich der Grundpreis von 4,50 auf 8 Euro. Im Schaumburger Land ist für September eine Erhöhung geplant, dort soll der Grundpreis um 20 Cent auf 5 Euro steigen. Im Landkreis Celle wird eine Erhöhung geprüft, im Landkreis Hildesheim wurden die Preise seit 2022 nicht mehr angepasst.
Osnabrück/Lingen (Osnabrück, die Grafschaft und das Emsland)
Polizei durchsucht Wohnung in Bochum nach Werkzeugdiebstählen im Raum Osnabrück
Ein Handwerker hat sein gestohlenes Werkzeug in einem Online-Angebot wiedererkannt und damit Ermittlungen ausgelöst. Die Polizei Osnabrück durchsuchte daraufhin Mitte Juli eine Wohnung in Bochum. Dabei wurde viel Elektrowerkzeug sichergestellt, darunter Akkuschrauber, Winkelschleifer und Sägen. Ein Verdächtiger soll mehr als 100 Anzeigen auf verschiedenen Plattformen geschaltet haben. Die Ermittlungen richten sich gegen mehrere Beschuldigte zwischen 22 und 25 Jahren, die für zahlreiche Werkzeugdiebstähle im Großraum Osnabrück verantwortlich sein sollen.
Taxipreise in Osnabrück bleiben stabil
Während viele Kommunen in Niedersachsen ihre Taxipreise erhöhen, bleibt es in Osnabrück vorerst bei den bisherigen Tarifen. Dort sind die Preise seit 2022 unverändert. In der Wesermarsch und in Oldenburg stehen oder laufen dagegen Erhöhungen. Hintergrund ist auch hier der Mindestlohn.
VfL Osnabrück: Lukas Jonsson wechselt zu Djurgardens IF
Der VfL Osnabrück und Torwart Lukas Jonsson trennen sich. Der 33-Jährige wechselt nach zwei Jahren zurück in seine schwedische Heimat zu Djurgardens IF. In der vergangenen Saison stand Jonsson bis auf das letzte Spiel in allen Drittliga-Partien für den VfL im Tor. Insgesamt absolvierte er 67 Spiele für die Lila-Weißen.
Letzter Test für den VfL Osnabrück vor dem Liga-Start
Für den VfL Osnabrück steht am Wochenende der letzte Test vor dem Start in die neue Saison an. Zu Hause geht es gegen den SC Paderborn.
Braunschweig/Wolfsburg (Braunschweig, Göttingen, Harz, Wolfsburg)
Braunschweig prüft Sicherheitsmaßnahmen für den CSD
Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag beim Christopher Street Day in Berlin will Braunschweig die Sicherheitsmaßnahmen für den CSD vor Ort noch einmal prüfen. Die Veranstaltung ist für Samstag in einer Woche geplant. Stadt, Veranstalter und Polizei beraten, ob zusätzliche Maßnahmen nötig sind. Nach Angaben der Veranstalter ist der Schlossplatz bereits wieder mit Zufahrtssperren geschützt, das Sicherheitskonzept der vergangenen Jahre habe sich bewährt.
Schwer verletzter 17-Jähriger am Göttinger Hauptbahnhof gefunden
Am Sonntagmorgen ist ein schwer verletzter 17-Jähriger am Göttinger Hauptbahnhof auf einer Bahnsteigbank entdeckt worden. Eine Zeugin fand ihn mit starken Schwellungen im Gesicht und blutiger Kleidung. Der Jugendliche aus Eschwege kam ins Krankenhaus und liegt inzwischen auf der Intensivstation. Er ist derzeit nicht vernehmungsfähig. Die Polizei geht von einem Angriff aus, weitere Details sind noch unklar.
Taxipreise steigen in Gifhorn, Göttingen plant Erhöhung
Auch in Südniedersachsen verändern sich die Taxitarife. Im Landkreis Gifhorn stieg der Grundpreis von 4,50 Euro auf 8 Euro. In Göttingen ist ab November eine Erhöhung geplant, dort soll der Grundpreis um 1,30 Euro auf 5,80 Euro steigen. In Goslar soll es ebenfalls teurer werden, in Salzgitter und Wolfenbüttel bleiben die Preise unverändert.
Kurzfakten-Block
- Gyhum: Ex-Partner einer 30-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt, besondere Schwere der Schuld festgestellt.
- Oldenburg: Streit um Transparenz beim EU-Beihilfeverfahren zum Stadion-Neubau.
- Uelzen und Braunschweig: Sicherheitskonzepte für kommende CSD-Veranstaltungen werden überprüft.
- Hannover und Nienburg: Kosten im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner steigen stark.
- Hannover: 500 Menschen bei Mahnwache nach dem Anschlag am Rande des CSD in Berlin.
- Göttingen: 17-Jähriger schwer verletzt am Hauptbahnhof gefunden, Polizei geht von einem Angriff aus.
- Osnabrück/Bochum: Ermittlungen nach Online-Fund von gestohlenem Werkzeug.
- Niedersachsenweit: Viele Kommunen erhöhen Taxipreise oder prüfen höhere Tarife.
- Altes Land und Niedersachsen: Obstbauern warnen vor wachsendem Importdruck und dem Rückgang heimischer Produktion.