In Niedersachsen geht es heute unter anderem um Ermittlungen wegen mutmaßlicher Bestechlichkeit in der JVA Bremen, politische Folgen einer AfD-Kandidatur im Landkreis Friesland, Kritik und Verteidigung im Fall des mutmaßlichen Todesschützen aus Stade, neue Debatten über Hafturlaub aus der JVA Hameln, Probleme in der Ernte durch Hitze und Trockenheit sowie einen Totschlagsverdacht nach dem Fund einer Frauenleiche bei Braunschweig.
Oldenburg/Küste/HB (Bremen und Umzu, Oldenburg, Küste, Ostfriesland)
Ermittlungen in der JVA Bremen: Verdacht auf Bestechlichkeit gegen 23 Personen
In der JVA Bremen wird gegen 23 Verdächtige wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt. Nach Angaben der Bremer Staatsanwaltschaft richten sich die Ermittlungen gegen sechs Beschäftigte der Justizvollzugsanstalt sowie gegen Häftlinge.
Nach bisherigen Erkenntnissen sollen JVA-Mitarbeiter Kommunikationsgeräte, Lebensmittel oder Drogen in das Gefängnis eingeschleust haben. Gefangene sollen die Gegenstände dort weiterverkauft oder verteilt haben.
Jever: Kündigung in Hospiz nach AfD-Kandidatur
Eine AfD-Politikerin aus dem Landkreis Friesland hat nach ihrer Kandidatur bei der Kommunalwahl ihren Job in einem Hospiz verloren. Martina Müller kündigte nach eigenen Angaben eine Klage an und erklärte, sie habe sich nichts zu Schulden kommen lassen.
Martina Müller ist Spitzenkandidatin der AfD für den Kreistag und den Gemeinderat in Wangerland. Der Betreiber des Hospizes in Jever begründet die Kündigung mit bestimmten Werten für Kirche und Diakonie. Deshalb sei die öffentliche Kandidatur der Mitarbeiterin für die AfD geprüft worden. Die Partei wird vom Verfassungsschutz als extremistisches Beobachtungsobjekt eingestuft.
Lotto-Jackpot geht in die Kreise Wittmund und Wesermarsch
Zwei Menschen aus der Region haben beim Lotto gewonnen. Gemeinsam mit einem Spieler aus Hessen geht der 50-Millionen-Euro-Jackpot in die Kreise Wittmund und Wesermarsch.
Die beiden Gewinnerinnen oder Gewinner aus der Region erhalten jeweils mehr als 16 Millionen Euro. Die Wahrscheinlichkeit auf einen Lottogewinn liegt bei 1 zu 140 Millionen.
Heide (Lüneburger Heide, Unterelbe, Wendland, Altes Land)
Fall „Todesschütze aus Stade“: Justizministerin Wahlmann weist Vorwürfe zurück
Niedersachsens Justizministerin Wahlmann hat im Landtag Fehler beim Umgang mit dem mutmaßlichen Todesschützen aus Stade zurückgewiesen. Der 45-Jährige soll Ende Juni sechs Menschen getötet haben und sich am 21. Juli in seiner Gefängniszelle das Leben genommen haben.
Nach Angaben des Ministeriums wurden alle Sicherheitsstandards eingehalten. Besondere Maßnahmen seien schrittweise gelockert und am 20. Juli vollständig aufgehoben worden. Der Mann habe stabil gewirkt, ein Suizidvorhaben sei nicht erkennbar gewesen. Ein Anwalt der Opferangehörigen fordert trotzdem eine genaue Aufarbeitung möglicher Fehler.
Soltau: Warnstreik an der MediClin-Klinik
Beschäftigte der MediClin-Klinik in Soltau streiken heute und morgen. Nach Angaben von Verdi fordern sie nach 14 Monaten Verhandlungen ein Angebot des Arbeitgebers zu Arbeitsbedingungen und Gehalt.
Laut Gewerkschaft hat es bislang sechs Verhandlungstermine gegeben, aber noch kein konkretes Angebot. An der Klinikeinfahrt gab es eine Streikkundgebung. Verdi betont, dass ein Notdienst angeboten wurde und die Versorgung der Patientinnen und Patienten sichergestellt sein soll.
Landkreis Stade: Aufruf zur Briefwahl und Stimmabgabe vor der Kommunalwahl
Im Landkreis Stade ruft Kreiswahlleiter Thorsten Heinze alle Wahlberechtigten dazu auf, ihre Stimme abzugeben. Wer am Wahltag nicht ins Wahllokal möchte, kann bereits per Briefwahl im Rathaus wählen oder sich die Unterlagen nach Hause schicken lassen.
Am Sonntag, 13. September, ist Kommunalwahl im Landkreis Stade. Gewählt werden Kreistag, Stadt- und Gemeinderäte sowie zwölf Verwaltungsspitzen, darunter Landrat und elf Bürgermeister. Insgesamt gibt es 865 Mandate zu vergeben.
Hannover (Hannover und Region, Schaumburger Land, Weserbergland)
JVA Hameln: Wahlmann will Gesetz nach mutmaßlichem Missbrauch während Hafturlaub verschärfen
Nach einem Fall in der JVA Hameln will Justizministerin Wahlmann das Gesetz zu Haftlockerungen nachschärfen. Ein Sexualstraftäter soll während eines Hafturlaubs rückfällig geworden sein.
Vor Haftlockerungen in der Jugendanstalt in Hameln sei zwar eine psychologische Stellungnahme zu dem 23-Jährigen eingeholt worden, vor dem Hafturlaub jedoch nicht. Wahlmann bezeichnete das als Versäumnis und kündigte für den Herbst eine Nachschärfung des Gesetzes an. Der Hafturlaub sollte den Mann auf die Zeit nach dem Gefängnis vorbereiten. Dabei soll er mehrere Kinder in Bayern missbraucht haben.
Mellendorf in der Wedemark: Tempo 20 im Gilborn
Im Gilborn in Mellendorf in der Wedemark gilt ab sofort Tempo 20. Als Gründe werden die enge Straße, kaputtes Pflaster und viele Schlaglöcher genannt.
Das Tempolimit soll so lange bestehen bleiben, bis die Straße aufwendig saniert werden kann.
Holdorf im Kreis Nienburg: Auto nach Brand nicht mehr zu gebrauchen
In Holdorf im Kreis Nienburg ist ein Auto bei einem Brand schwer beschädigt worden. Ein Mann wollte den Wagen auf einem Hof per Starthilfe starten, dabei rollte das Auto ein Stück vor.
Nach einem technischen Defekt fing der Motor Feuer. Die Feuerwehr löschte den Brand. Verletzt wurde niemand, das Auto war danach nicht mehr zu gebrauchen.
Osnabrück/Lingen (Osnabrück, die Grafschaft und das Emsland)
Ernte in Niedersachsen: Hitze und Trockenheit drücken die Erträge
Hitze und Trockenheit haben die Ernte in Niedersachsen in diesem Jahr deutlich geschmälert. Beim Winterweizen wurde im Schnitt 7 Prozent weniger geerntet als im Vorjahr, beim Winterraps 17 Prozent weniger. Das Landvolk spricht dennoch von einem „blauen Auge“.
Milch- und Ackerbauer Dirk Westrup aus Bissendorf bei Osnabrück rechnet mit geringeren Erträgen und Qualitätseinbußen. Um noch etwas vom Mais zu retten, beginnt er in den kommenden Tagen mit der Ernte rund sechs Wochen früher als üblich. Fehlenden Mais für das Futter seiner Milchkühe muss er von einem benachbarten Bauern zukaufen.
Osnabrück: Viele junge Arbeitslose ohne Abschluss, mehr als 360 Ausbildungsplätze frei
In Osnabrück haben drei von vier Arbeitslosen unter 25 Jahren noch keinen Berufsabschluss. Gleichzeitig suchen viele Betriebe weiter nach Auszubildenden.
Aktuell sind nach Angaben der Arbeitsagentur noch mehr als 360 Ausbildungsplätze unbesetzt, darunter 40 im Baugewerbe und 5 im Garten- und Landschaftsbau. Die Arbeitsagentur rät dazu, sich jetzt noch zu bewerben, weil Betriebe auch im September und teilweise sogar im Oktober noch Azubis aufnehmen.
Bad Iburg: Freibad mit 150 Ehrenamtlichen wird zum Besuchermagneten
Das Freibad Bad Iburg wird von 150 Ehrenamtlichen geführt und hat sich nach Angaben aus der Region vom „Lost Place“ zum Besuchermagneten entwickelt.
Bislang kamen mehr als 30.000 Badegäste.
Braunschweig/Wolfsburg (Braunschweig, Göttingen, Harz, Wolfsburg)
Frauenleiche bei Braunschweig gefunden: 49-Jähriger in Untersuchungshaft
Bei Braunschweig ist eine Frauenleiche gefunden worden. Ein 49-Jähriger sitzt in Untersuchungshaft. Er soll eine 73-Jährige Ende Juli in der City-Gallery in Wolfsburg tödlich verletzt haben.
Nach der Tat soll der Verdächtige die Leiche mit dem eigenen Auto der Frau in ein Waldstück im Essehofer Holz bei Lehre gebracht haben. Danach sei er mit dem Wagen bis nach Berlin gefahren. Dort ist das Auto inzwischen aufgetaucht. Nach einer Öffentlichkeitsfahndung meldete sich der Mann selbst bei der Polizei. Ermittler gehen derzeit einem Totschlagsverdacht nach, die Hintergründe sind noch offen.
Großraum Braunschweig: Windenergieplanung liegt öffentlich aus
Ab heute liegt die Windenergieplanung für den Großraum Braunschweig öffentlich aus. Die Unterlagen können digital und beim Verband eingesehen werden.
Nach der ersten Runde waren rund 1600 Stellungnahmen mit mehr als 6500 einzelnen Einwänden und Vorschlägen eingegangen. Diese seien eingearbeitet worden, der Entwurf sei geschärft. Der Mindestabstand von 1000 Metern zu Siedlungen bleibt bestehen. Bis zum 1. Oktober kann man sich noch einbringen. Insgesamt sind knapp 15.000 Hektar für mögliche Windräder vorgesehen.
Göttingen: B27 an der Leinebrücke wieder freigegeben
In Göttingen ist die B27 an der Leinebrücke wieder für den Verkehr freigegeben. Die Brücke hat nach Angaben von Experten durch die kontrollierte Sprengung von zwei Panzerfaustköpfen aus dem Zweiten Weltkrieg keine Schäden davongetragen.
Zuvor war der Autobahnzubringer seit 11 Uhr in beide Richtungen gesperrt, außerdem wurde ein Bereich im Umkreis von 300 Metern um die Fundstelle geräumt. Anwohner konnten inzwischen in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. Die Kampfmittel waren bei laufenden Bauarbeiten an der Leinebrücke entdeckt worden.
Kurzfakten-Block
- JVA Bremen: Ermittlungen gegen 23 Verdächtige wegen mutmaßlicher Bestechlichkeit
- Jever: Kündigung in einem Hospiz nach AfD-Kandidatur angekündigt juristisch angegriffen
- Wittmund/Wesermarsch: Zwei Lottogewinne aus der Region mit jeweils mehr als 16 Millionen Euro
- Stade: Justizministerin Wahlmann weist Vorwürfe im Fall des mutmaßlichen Todesschützen zurück
- Soltau: Warnstreik an der MediClin-Klinik mit Notdienst
- Landkreis Stade: Briefwahl und Stimmabgabe zur Kommunalwahl werden beworben
- Hameln: Gesetzesverschärfung nach Fall um Hafturlaub angekündigt
- Mellendorf: Tempo 20 im Gilborn wegen Straßenschäden
- Holdorf: Auto brennt nach technischem Defekt aus
- Osnabrück/Bissendorf: Ernte leidet unter Hitze und Trockenheit, Maisernte startet deutlich früher
- Osnabrück: Mehr als 360 Ausbildungsplätze noch frei
- Bad Iburg: Freibad mit 150 Ehrenamtlichen zählt mehr als 30.000 Gäste
- Braunschweig/Wolfsburg/Lehre: 49-Jähriger nach Fund einer Frauenleiche in Untersuchungshaft
- Großraum Braunschweig: Windenergieplanung liegt bis 1. Oktober öffentlich aus
- Göttingen: B27 an der Leinebrücke nach Kampfmittelfund wieder frei