In Niedersachsen und Bremen geht es heute unter anderem um einen verlorenen AfD-Sitz im Cloppenburger Stadtrat, neue Probleme um das gesunkene Minensuchboot „Steinbock“ in Wilhelmshaven, den Start des Bremer Freimarkts und den entschärften Bombenblindgänger in Braunschweig. Dazu kommen neue Erkenntnisse zum ICE-Unglück in Hamburg-Rönneburg, Ermittlungen nach einem Schütteltrauma in Stade sowie aktuelle Entwicklungen aus Bad Nenndorf, Hannover, der Grafschaft Bentheim und Haselünne.
Oldenburg/Küste/HB (Bremen und Umzu, Oldenburg, Küste, Ostfriesland)
Cloppenburg: AfD verliert weiteren Sitz
In Cloppenburg hat ein gewählter AfD-Kandidat sein Mandat im Stadtrat offenbar versehentlich abgelehnt. Die AfD kam auf 22 Prozent der Stimmen, was für neun Sitze reichen würde.
Vier Sitze verfallen bereits, weil die Partei nicht genug Kandidaten aufgestellt hat. Nun geht auch ein fünfter Sitz verloren: Andreas Blum hat nach Angaben der Stadt auf das Mandat verzichtet, wohl weil er beim Annehmen der Wahl an der falschen Stelle ein Kreuz gesetzt und damit abgelehnt hat.
Wilhelmshaven: „Steinbock“ sackt weiter ab
Um das frühere Minensuchboot „Steinbock“ in Wilhelmshaven gibt es weitere Probleme. Am Montag wäre das Schiff fast gesunken, am Mittwoch sackte es weiter ab.
Inzwischen ist auch Betriebsstoff ausgelaufen. Ölsperren sind eingerichtet, der Bereich um das Boot ist abgesperrt.
Bremen: Freimarkt hat begonnen
In Bremen hat der Freimarkt begonnen. Das Volksfest läuft auf der Bürgerweide direkt am Hauptbahnhof.
Empfohlen wird die Anreise mit Bahn oder Bus, weil es rund um das Festgelände kaum Parkplätze gibt. In diesem Jahr sind rund 30 Karussells und Laufgeschäfte dabei, dazu kommen Buden und Zelte.
Heide (Lüneburger Heide, Unterelbe, Wendland, Altes Land)
Hamburg-Rönneburg: Bahnübergang Reller im Fokus
Der Untersuchungsbericht zum schweren ICE-Unglück vom Februar nennt den Bahnübergang Reller in Hamburg-Rönneburg als möglichen Faktor. Lange Fahrzeuge hätten dort offenbar zu wenig Zeit gehabt, die Gleise zu räumen.
Am 11. Februar war ein ICE mit knapp 300 Menschen an Bord mit einem Lkw zusammengestoßen, der in einer engen Kurve nicht schnell genug von den Gleisen kam. Der Fahrer sprang in letzter Sekunde aus dem Führerhaus. Ein 55-jähriger Fahrgast starb vor Ort, 25 weitere Menschen wurden verletzt.
Stade: Gutachten bestätigt Schütteltrauma
Zu den tödlichen Schüssen in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade gibt es neue Erkenntnisse. Ein Gutachten bestätigt, dass das damals drei Monate alte Mädchen ein Schütteltrauma erlitten hat.
Die Staatsanwaltschaft spricht von schwerer Kindesmisshandlung. Gegen die Mutter wird weiter ermittelt, eine Anklage gibt es noch nicht. Der Vater hatte Ende Juni in der Einrichtung sechs Menschen erschossen und sich später im Gefängnis das Leben genommen. Als Grund gilt nach bisherigen Erkenntnissen ein Streit um das Sorgerecht für das Kind.
Hamburg: Wolf-Hinweise im Klövensteen
Mehrere Menschen wollen im Klövensteen im Hamburger Westen einen Wolf gesehen haben. Die Umweltbehörde prüft die Hinweise und wertet Fotos und Spuren aus.
Ein sicherer Nachweis fehlt bislang. Seit 2013 wurde in Hamburg nach Angaben aus dem Beitrag mehr als 20 Mal sicher ein Wolf festgestellt, meist handelte es sich um einzelne durchziehende Tiere. Wer einen Wolf sieht, soll dies der Umweltbehörde melden.
Hannover (Hannover und Region, Schaumburger Land, Weserbergland)
Bad Nendorf: Landesgartenschau vor Schluss
Die Landesgartenschau in Bad Nendorf geht in die letzten Tage, am Sonntag endet sie. Sprecherin Andrea Göttling zieht schon jetzt eine positive Bilanz.
Die Zielmarke lag bei 600.000 Besuchenden, aktuell seien es 700.000. Rund um die Landesgartenschau hat die Stadt Bad Nendorf nach eigenen Angaben 39 Millionen Euro dauerhaft investiert, zwei Drittel davon waren Fördermittel. Genannt werden die Aufwertung des Kurparks, der Abbau von Investitionsstau, ein neuer Wohnmobilstellplatz und die Sanierung von zwei Straßen.
Hannover: Flughafen erwartet mehr Passagiere
Am Flughafen Hannover wird noch bis Montag mit deutlich mehr Passagieren als sonst gerechnet. Deshalb kann es zu längeren Wartezeiten an den Kontrollen kommen.
Die Bundespolizei rät, spätestens 90 Minuten vor Abflug an der Sicherheitskontrolle zu sein. Zeitfenster für die Kontrolle können etwa über die Smart Depart App reserviert werden.
Lehrte: Schule erneut verwüstet
Unbekannte haben in einer Schule in Lehrte erneut randaliert. Solche Fälle hat es dort zuletzt häufiger gegeben.
Auch Anfang des Monats hatte es bereits einen ähnlichen Fall in Lehrte gegeben.
Osnabrück/Lingen (Osnabrück, die Grafschaft und das Emsland)
Grafschaft Bentheim: Pünt-Kohoff will Amt antreten
Die neu gewählte Landrätin der Grafschaft Bentheim, Silvia Pünt-Kohoff, will ihr Amt trotz eines Wahleinspruchs zum 1. November antreten. Sie teilte schriftlich mit, sie gehe mit großer Freude und hoch motiviert in die neue Aufgabe.
Zwei Personen wollen die Wahl für ungültig erklären lassen und bezweifeln, dass Pünt-Kohoff rechtmäßig als Kandidatin aufgestellt wurde. Der Kreistag entscheidet am 12. November über die Einsprüche. Gegen die Entscheidung könnte anschließend noch geklagt werden.
Haselünne: Kornstadt sucht Zukunft
In Haselünne stellt sich die Frage, wie es mit dem Ruf als Kornstadt weitergeht. Hintergrund ist das Ende der Produktion bei Heydt zum Jahresende und der bevorstehende Verkauf von Behrentzen an einen US-Konzern.
Bürgermeister Werner Schräer zeigt sich dennoch zuversichtlich. Er verweist auf die Rolle der Brennereien, nennt die Edelkornbrennerei Rosche und äußert sich auch optimistisch zum Behrentzen-Verkauf. Zugleich betont er, dass Haselünne wirtschaftlich breiter aufgestellt sei, etwa mit dem Bauunternehmen Schulte und einem neuen Betonwerk.
Braunschweig/Wolfsburg (Braunschweig, Göttingen, Harz, Wolfsburg)
Braunschweig: Bombenblindgänger entschärft
Der Bombenblindgänger im Süden Braunschweigs ist erfolgreich entschärft worden. Rund 4.200 Menschen, die von der Evakuierung betroffen waren, dürfen in ihre Häuser und Wohnungen zurück.
Die Bombe lag fast senkrecht im Boden. Deshalb war es aufwendig, an den zweiten Zünder zu gelangen. Für eine mögliche kontrollierte Sprengung hatte der Kampfmittelbeseitigungsdienst am Fundort zahlreiche große Sandsäcke gestapelt.
Braunschweig: Eintracht empfängt Greuther Fürth
Eintracht Braunschweig spielt morgen gegen Greuther Fürth. Anstoß ist um 13 Uhr.
Für die Fans war die Saison bisher torreich: Die Eintracht hat bislang 13 Gegentore kassiert, aber auch 13 Treffer erzielt. Am vergangenen Wochenende gewann Braunschweig mit 1:0 gegen Kiel.
Braunschweig: 18-Jähriger fährt Linienbus
In Braunschweig ist Julian Lüddecke mit 18 Jahren der jüngste Busfahrer der Stadt. Er sagt, sein Interesse an großen Fahrzeugen habe schon in der Kindheit begonnen.
Wegen seines Alters habe es kaum dumme Sprüche gegeben. Nur einmal sei er von einer älteren Dame darauf angesprochen worden.
Kurzfakten
- Cloppenburg: AfD verliert im Stadtrat einen weiteren Sitz.
- Wilhelmshaven: Minensuchboot „Steinbock“ sackt weiter ab, Betriebsstoff ausgelaufen.
- Bremen: Freimarkt auf der Bürgerweide hat begonnen.
- Hamburg-Rönneburg: Bahnübergang Reller laut Bericht möglicher Faktor beim ICE-Unglück.
- Stade: Gutachten bestätigt Schütteltrauma bei drei Monate altem Mädchen.
- Klövensteen: Umweltbehörde prüft Wolf-Hinweise.
- Bad Nendorf: Landesgartenschau endet Sonntag, bisher 700.000 Besuche.
- Hannover: Flughafen erwartet bis Montag mehr Passagiere.
- Lehrte: Erneut Vandalismus an einer Schule.
- Grafschaft Bentheim: Silvia Pünt-Kohoff will Amt als Landrätin am 1. November antreten.
- Haselünne: Diskussion über Zukunft als Kornstadt.
- Braunschweig: Bombenblindgänger entschärft, Evakuierte können zurück.
- Braunschweig: Eintracht spielt morgen gegen Greuther Fürth.
- Braunschweig: Julian Lüddecke ist mit 18 der jüngste Busfahrer der Stadt.