Von Wilhelmshaven bis Wolfsburg: In Niedersachsen beschäftigen heute ein mutmaßliches Tötungsdelikt in Wilhelmshaven, ein aufgedecktes Drogennetzwerk mit Spuren nach Lüneburg, die Zukunft des VW-Standorts Osnabrück und neue Entscheidungen bei Katastrophenschutz, Entsorgung und Stadtplanung. Dazu kommen Investitionen in Bildung in Norden, ein Nato-Einsatz der Marine aus Wilhelmshaven und ein Blindgängerfund bei der Kartoffelernte in Ankum.
Oldenburg/Küste/HB (Bremen und Umzu, Oldenburg, Küste, Ostfriesland)
Mutmaßliches Tötungsdelikt in Wilhelmshaven: Zwei Verdächtige festgenommen
Nach einem mutmaßlichen Tötungsdelikt in Wilhelmshaven hat die Polizei zwei Tatverdächtige vorläufig festgenommen. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen sie einen 66-Jährigen getötet haben.
Der Mann wurde mit Stichverletzungen im Badezimmer einer Wohnung gefunden. In der Wohnung nahm die Polizei einen 55-Jährigen fest. Ein weiterer Tatverdächtiger im Alter von 63 Jahren wurde nach weiteren Ermittlungen später in Bremen festgenommen.
Norden: Landkreis Aurich investiert mehr als 13 Millionen Euro in neue Berufsschule
Der Landkreis Aurich investiert mehr als 13 Millionen Euro in einen Neubau für die Berufsschule in Norden. Jetzt ist der Grundstein gelegt worden.
Das bisherige Gebäude hatte erhebliche Mängel. Geplant sind moderne Werkstätten, unter anderem für Zimmerer und Elektriker. Fertig sein soll der Neubau zum Schuljahr 2028/29.
Wilhelmshaven: Marinefregatte „Berlin“ startet in Nato-Einsatz
Die Marinefregatte „Berlin“ hat ihren Heimathafen Wilhelmshaven verlassen und ist zu einem Nato-Einsatz aufgebrochen, unter anderem in den Nordatlantik. An Bord sind rund 200 Soldatinnen und Soldaten.
Die „Berlin“ soll andere Schiffe versorgen und betanken. Dabei fahren teils bis zu drei große Schiffe eng nebeneinander. Im Januar soll die Fregatte nach Wilhelmshaven zurückkehren.
Heide (Lüneburger Heide, Unterelbe, Wendland, Altes Land)
Drogennetzwerk: Durchsuchungen in Hamburg und Lüneburg
Ermittler haben ein internationales Drogennetzwerk aufgedeckt. Seit Oktober 2024 waren die Staatsanwaltschaft Stade und die Kripo Lüneburg den Hintermännern auf der Spur.
Im Zuge der Ermittlungen wurden acht Wohnungen und Firmenräume in Hamburg und Lüneburg durchsucht, außerdem wurde ein Haftbefehl vollstreckt. Der Gruppe wird vorgeworfen, versucht zu haben, rund vier Tonnen Kokain aus Südamerika nach Europa zu schmuggeln. Außerdem soll sie zwei Cannabis-Plantagen betrieben haben, auf denen mehr als 500 Kilo Cannabis produziert wurden. Beschlagnahmt wurden Geld und andere Wertsachen im Wert von mehr als zwei Millionen Euro.
Gemeinde Südheide: Zwei Katastrophenschutz-Leuchttürme
In der Gemeinde Südheide sind zwei sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme vereinbart worden. Bürgermeisterin Ebeling und DRK-Ortsvereinschef Bunke unterzeichneten dazu eine Vereinbarung.
Die Anlaufstellen entstehen im Bürgerhaus Unterlüß und im Dorfgemeinschaftshaus Baven. Bei Strom- oder Netzausfall können Menschen dort Notrufe absetzen, Informationen bekommen oder sich aufwärmen. Das DRK betreibt die Standorte, die Gemeinde stellt die Ausstattung.
Lüneburg: HanseCard wird ausgeweitet
In Lüneburg wird die HanseCard erweitert. Künftig profitieren nicht mehr nur Kinder und Jugendliche, sondern ganze Familien, außerdem auch Erwachsene und Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren.
Bisher galt die Sozialkarte nur für Minderjährige aus Bürgergeld- oder Grundsicherungshaushalten. Nach dem Ratsbeschluss sollen künftig rund 13.000 Menschen Anspruch auf die Karte haben. 2024 waren es noch gut 4.000 Kinder und Jugendliche.
Hannover (Hannover und Region, Schaumburger Land, Weserbergland)
Springe: Entscheidung über Platzbenennung nach Olivia Jones vertagt
In Springe ist die Entscheidung vertagt worden, ob ein Platz vor dem Alten Rathaus nach Olivia Jones benannt wird. Bürgermeister Springfeld wollte damit die Dragqueen würdigen und Sichtbarkeit für sexuelle Minderheiten schaffen.
Olivia Jones hatte sich in einem offenen Brief für die Umbenennung ausgesprochen und einen Kompromissnamen vorgeschlagen. Jones sagte: „Ich hoffe, aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“ Ob ein neuer Ortsrat das Thema nach der Kommunalwahl erneut aufgreift, ist offen.
Raddestorf: 2000 Quadratmeter bei Flächenbrand betroffen
In Raddestorf im Kreis Nienburg hat Funkenflug beim Verbrennen von Altholz zu einem Flächenbrand geführt. Ein Mann ließ das Feuer in einer Gitterbox unbeaufsichtigt, danach entzündete sich die angrenzende Pferdekoppel.
Auch Löschversuche von Nachbarn konnten das Feuer nicht stoppen. Am Ende standen rund 2000 Quadratmeter in Flammen. Pferde waren zu diesem Zeitpunkt nicht auf der Koppel.
Hannover: 5000 Bäume werden trotz Hitze und Trockenheit bewässert
Die Bäume in Hannover sind nach Angaben der Stadt trotz Hitze und Trockenheit gut durch den Sommer gekommen. Rund 5000 Bäume werden bewässert.
Sensoren messen dabei die Feuchtigkeit im Boden. So kann bedarfsgerecht bewässert werden.
Osnabrück/Lingen (Osnabrück, die Grafschaft und das Emsland)
VW-Werk Osnabrück: Olaf Lies sieht Perspektive für den Standort
Nach einem Besuch im VW-Werk in Osnabrück sieht Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies eine Perspektive für den Standort. Vieles sei aber weiter offen, und es brauche noch viel Arbeit.
Nach Angaben von Sprecher Stefan Soldanski blicken die Beschäftigten in Osnabrück auf eine Zukunft, in der dort keine Autos mehr gebaut werden. Soldanski sagte: „Hierzu haben die Kolleginnen und Kollegen hier in Osnabrück in den letzten Monaten aktiv gearbeitet. Wir haben uns um alternative Produkte gekümmert.“ Im Gespräch ist, ob in Osnabrück künftig Rüstungsgüter produziert werden könnten.
Betriebsrat und IG Metall haben für die Zukunft des VW-Standorts Osnabrück eine „rote Linie“ gezogen. Ihr Ziel ist, dass Osnabrück Industriestandort bleibt.
Sprecher Stefan Soldanski sagte: „Für Betriebsrat und IG Metall gibt es eine Prämisse, eine rote Linie. Wir wollen Industriestandort bleiben und genau daran werden wir Oliver Blume und sein Team messen.“ Damit verbinden Arbeitnehmervertretung und Gewerkschaft klare Erwartungen an die weitere Entwicklung des Standorts.
Ankum: Blindgänger landet bei Kartoffelernte auf Förderband
Bei der Kartoffelernte auf einem Bauernhof in Ankum im Osnabrücker Nordkreis ist ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg unbemerkt auf einem Förderband gelandet. Zwischen den Kartoffeln in der Waschanlage lag eine rostige, rund 40 Zentimeter große Splitterbombe.
Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes sprengten den Blindgänger kontrolliert auf einem Feld. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst bittet darum, gefundene Munition sofort zu melden. Für Fundmunition werde keine Rechnung gestellt.
Braunschweig/Wolfsburg (Braunschweig, Göttingen, Harz, Wolfsburg)
Bad Lauterberg: Lutterwiesn 2026 abgesagt
Die Lutterwiesn in Bad Lauterberg fallen in diesem Jahr aus. Als Grund nennt Veranstalter Sascha Pohl persönliche Gründe.
Geplant war das Volksfest für den 16. und 17. Oktober. Bereits gekaufte Tickets werden erstattet. Seit 2019 kamen zu der Veranstaltung im Harz mehrere tausend Gäste. Im kommenden Jahr soll die Lutterwiesn wieder stattfinden.
Gifhorn: Gelbe Tonne kommt ab 2028
Im Landkreis Gifhorn sollen die gelben Säcke ab 2028 durch die gelbe Tonne ersetzt werden. Das hat der Kreistag beschlossen.
Die Umstellung läuft bis Ende März 2028. Bis dahin dürfen alte Säcke weiter genutzt werden. Die Tonnen sollen kostenlos bereitgestellt werden. Die Leerung übernimmt ein Unternehmen, das noch gesucht wird. Bei mehr Verpackungsmüll sollen zusätzlich transparente Säcke erlaubt sein.
Wolfsburg: Digitaler Zwilling soll Stadtplanung verbessern
Wolfsburg arbeitet mit einem digitalen Zwilling der gesamten Stadt. Neue Gebäude, Wohngebiete und Infrastrukturprojekte sollen damit vorab virtuell in 3D dargestellt und geprüft werden.
Das digitale Modell soll künftig bei der Stadtplanung helfen.
Kurzfakten
- Wilhelmshaven: Nach einem mutmaßlichen Tötungsdelikt wurden zwei Tatverdächtige festgenommen.
- Norden: Mehr als 13 Millionen Euro fließen in den Neubau der Berufsschule.
- Wilhelmshaven: Die Marinefregatte „Berlin“ ist mit rund 200 Soldatinnen und Soldaten in einen Nato-Einsatz gestartet.
- Lüneburg/Hamburg: Ermittler gehen gegen ein internationales Drogennetzwerk vor.
- Gemeinde Südheide: Zwei Katastrophenschutz-Leuchttürme entstehen in Unterlüß und Baven.
- Lüneburg: Die HanseCard soll künftig für deutlich mehr Menschen gelten.
- Springe: Die Entscheidung über einen Olivia-Jones-Platz ist vertagt.
- Raddestorf: Ein Flächenbrand erfasste rund 2000 Quadratmeter einer Pferdekoppel.
- Hannover: Rund 5000 Bäume werden per Sensorik und Bewässerung durch den Sommer gebracht.
- Osnabrück: Für das VW-Werk gibt es weiter Diskussionen über die Zukunft des Standorts.
- Ankum: Ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg wurde bei der Kartoffelernte entdeckt und gesprengt.
- Gifhorn: Die gelbe Tonne soll ab 2028 die gelben Säcke ersetzen.
- Wolfsburg: Ein digitaler Zwilling soll die Stadtplanung in 3D unterstützen.