In Niedersachsen geht es heute unter anderem um einen möglichen Blindgänger in Emden mit Sperrung der A31, einen brutalen Einbruch in Seckenhausen, die Wiedereröffnung der Mutter-Kind-Einrichtung in Stade, 23 Autoaufbrüche in Stade und Buxtehude, eine gescheiterte Pilotanlage für klimafreundliches Flugzeugkerosin in Werlte und eine Messerattacke in Holzminden. Dazu kommen Meldungen aus Hannover, Osnabrück, dem Harz und Wolfsburg.
Oldenburg/Küste/HB (Bremen und Umzu, Oldenburg, Küste, Ostfriesland)
Oldenburg: Prozess nach tödlichen Polizeischüssen startet 2026
Der Prozess um die tödlichen Polizeischüsse auf den 21-jährigen Lorenz in Oldenburg soll noch in diesem Jahr beginnen.
Laut Staatsanwaltschaft traf der angeklagte Polizist den jungen schwarzen Mann aus kurzer Distanz mit mehreren Schüssen in Bauch, Oberschenkel, Hüfte und Kopf. Die Behörde geht davon aus, dass der Beamte irrtümlich annahm, sich in einer Notwehrlage zu befinden.
Der Tod des 21-Jährigen hat in Oldenburg und darüber hinaus Entsetzen ausgelöst. In der Stadt gingen damals nach Angaben im Ausgangstext mehr als 10.000 Menschen gegen Polizeigewalt und Rassismus auf die Straße.
Emden: Verdachtspunkt für Blindgänger wird untersucht
In Emden wird am Donnerstag ein Verdachtspunkt für einen möglichen Blindgänger im Bereich Petkumer Hammrich untersucht. In dem Sperrgebiet wohnen nur wenige Menschen, deshalb müssen voraussichtlich nur wenige das Gebiet verlassen.
Die A31 liegt im Sperrgebiet und wird am Donnerstag ab 9 Uhr in beide Richtungen gesperrt. Wie lange die Sperrung dauert, ist noch unklar. Das hängt davon ab, ob es sich tatsächlich um einen Blindgänger handelt und welche Maßnahmen dann nötig sind.
Seckenhausen: 85-Jähriger bei Einbruch gefesselt
In Seckenhausen im Kreis Diepholz sind zwei Unbekannte in das Haus eines 85-Jährigen eingebrochen, ohne dass er es zunächst bemerkte. Die Täter fesselten den schlafenden Mann mit Klebeband an Händen und Füßen und klebten ihm den Mund zu.
Die im selben Haus lebende Enkelin bemerkte den Einbruch und störte die Täter. Die Unbekannten flohen ohne Beute.
Heide (Lüneburger Heide, Unterelbe, Wendland, Altes Land)
Stade: Mutter-Kind-Einrichtung wieder geöffnet
Fast vier Monate nach dem tödlichen Schusswaffenangriff ist die Mutter-Kind-Einrichtung in der Dankersstraße in Stade wieder geöffnet. Ende Juni waren in dem Haus sechs Menschen erschossen worden, darunter drei Menschen aus der Einrichtung.
Geschäftsführerin Kiara Lindner sagt, die Tat werde mit dem Haus verbunden bleiben. Verdrängen wolle sie das nicht. Ihre Mutter, die zu den Opfern gehörte, hatte die Einrichtung 1999 gegründet. Jetzt führt die 21-jährige Studentin das Haus weiter. Dort können bis zu sieben Mütter mit ihren Kindern leben.
Stade: Mann nach Streit schwer verletzt und reanimiert
In Stade ist ein 42-Jähriger schwer verletzt worden, als er einen Streit zwischen vier Frauen schlichten wollte. Nach bisherigen Informationen hatte der Streit in einer Bar begonnen. Draußen kam es dann zu einer Rangelei mit Schubsen, Haarziehen und Pfefferspray. Außerdem soll eine Frau einer anderen die Handtasche aus der Hand gerissen haben.
Als der 42-Jährige eingreifen wollte, um zu verhindern, dass eine Frau stürzt, fiel er selbst unglücklich. Dabei verletzte er sich am Kopf und wurde bewusstlos. Eine Polizistin und ein Kollege reanimierten den Mann. Zwischenzeitlich setzte seine Atmung zweimal aus. Inzwischen ist er wieder ansprechbar. Zwei beteiligte Frauen flüchteten unerkannt.
Stade und Buxtehude: 23 Autoaufbrüche in wenigen Tagen
In den vergangenen Tagen wurden nach Polizeiangaben insgesamt 23 Autos aufgebrochen, 17 in Buxtehude und sechs in Stade. Die Täter schlugen jeweils die Scheiben ein.
In Buxtehude wurden aus zwei Autos eine Handtasche und ein Laptop gestohlen. In Stade nahmen die Täter eine Bluetooth-Box mit. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden.
Hannover (Hannover und Region, Schaumburger Land, Weserbergland)
Hannover: Polizei schießt nach Messer-Angriff auf Frau
Zwei Polizisten wollten die Frau nach einem Hinweis kontrollieren. Sie reagierte darauf zunächst nicht und lief weiter die Straße entlang. Danach zog sie ein Messer und lief auf die Beamten zu. Pfefferspray stoppte sie laut Polizei nicht. Auch die Androhung des Schusswaffeneinsatzes blieb ohne Wirkung. Daraufhin gaben die Polizisten mindestens einen Schuss ab.
Die Frau wurde ins Krankenhaus gebracht. Zuvor war sie nach bisherigen Angaben wohl in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.
Hannover: Kater Carlo nach Suche wiedergefunden
Niclas und Sarah aus Hannover suchten ihren verschwundenen Kater Carlo. Zunächst fanden sie nur sein Halsband. Nach einem Tipp folgten sie selbst einem anderen Auto, bis Polizisten Carlo schließlich in einer Wohnung fanden.
Einige Stunden später gab es das Wiedersehen mit Kater Carlo. Carlo musste gebadet werden, danach ging es ihm gut.
Osnabrück/Lingen (Osnabrück, die Grafschaft und das Emsland)
Ankum: Acht Menschen bei Unfall verletzt
Bei einem schweren Unfall bei Ankum sind acht Menschen verletzt worden, darunter drei Kinder. Nach Angaben der Polizei wollte ein Wagen von der Bundesstraße auf ein Grundstück abbiegen.
Ein anderes Auto fuhr auf das Fahrzeug auf und schob den Wagen in den Gegenverkehr. Dort kam es zu einem weiteren Zusammenstoß. Die Polizei ermittelt zu den genauen Umständen.
Werlte: Pilotanlage für Flugzeugkerosin gescheitert
Das Millionenprojekt einer Pilotanlage im emsländischen Werlte zur Herstellung von klimafreundlichem Flugzeugkerosin aus grünem Strom und CO2 ist gescheitert. Nach den Angaben funktioniert die Technik nicht wie geplant.
Statt mehrerer hundert Tonnen Rohkerosin pro Jahr wurden in den vergangenen Jahren insgesamt weniger als zehn Tonnen produziert. Die Klimaschutzorganisation Atmosfair hatte die Anlage vor fünf Jahren in Betrieb genommen und streitet sich jetzt mit dem Hersteller um Schadenersatz. Der Hersteller hat die Anlage in Werlte inzwischen abgebaut.
Bissendorf: Technik aus fünf Treckern gestohlen
Auf zwei Höfen in Bissendorf haben Täter Technik aus fünf Treckern ausgebaut. Gestohlen wurden unter anderem Displays und Lenksysteme für präzises Fahren auf dem Feld.
Die Täter waren zwischen Mittwochabend und Donnerstagmorgen unterwegs. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang mit ähnlichen Diebstählen in Melle, Gehrde, im Emsland und in NRW.
Osnabrück: Wohnheimplätze zum Semesterstart vergeben
Wer in Osnabrück studiert und zum Semesterstart noch ein Zimmer sucht, hat es aktuell schwer. Die Wohnheimplätze sind alle vergeben. Das zeigt eine Umfrage der Deutschen Presseagentur.
Laut Studentenwerk werden im Laufe des Semesters häufig wieder Zimmer frei. Für Studierende kann sich weiteres Nachfragen deshalb lohnen, sobald sich die Lage im Semesterverlauf verändert.
Braunschweig/Wolfsburg (Braunschweig, Göttingen, Harz, Wolfsburg)
Holzminden: 30-Jähriger bei Messerattacke schwer verletzt
In Holzminden ist ein Streit zwischen drei Männern mit einer Messerattacke geendet. In Bahnhofsnähe wurde ein 30-Jähriger schwer verletzt.
Die Polizei nahm zwei Tatverdächtige vorläufig fest: einen 26-Jährigen direkt am Tatort und einen 28-Jährigen später in Stadtoldendorf. Der 28-Jährige war zunächst geflohen. Im Zuge der Ermittlungen durchsuchten die Beamten eine nahegelegene Garage und fanden dort einen gestohlenen E-Scooter, ein teures E-Bike und Drogen. Warum der Streit eskalierte, ist noch unklar.
Harz: Talsperren deutlich leerer als üblich
Wegen der zuletzt geringeren Regenmengen sind die Talsperren im Harz spürbar leerer als sonst. Nach Angaben der Harzwasserwerke liegt der Füllstand bei ungefähr 45 Prozent. Üblich sind zu dieser Jahreszeit eigentlich 67 Prozent.
Sorgen ums Trinkwasser seien dennoch nicht nötig, da es nicht nur aus den Talsperren, sondern auch aus den Grundwasserwerken kommt.
Lüneburg-Wolfsburg: Industrie erholt sich etwas
Laut aktueller Konjunkturumfrage der IHK können regionale Unternehmen im Raum Lüneburg-Wolfsburg etwas aufatmen. Einen großen Aufschwung gebe es aber noch nicht.
Vor allem die Industrie profitiere von mehr Aufträgen, staatlichen Investitionen und mehr Exporten in die EU. Auch im Großhandel laufe es besser. Der Einzelhandel leide dagegen darunter, dass aktuell weniger gekauft werde. Als größte Probleme nennen Unternehmen unsichere wirtschaftspolitische Bedingungen sowie hohe Energie- und Rohstoffpreise und eine schwache Nachfrage im Inland. Die IHK fordert niedrigere Stromkosten, weniger Bürokratie und bessere Bedingungen für Unternehmen.
Kurzfakten
- Emden: A31 wird wegen Blindgänger-Verdacht ab 9 Uhr gesperrt
- Seckenhausen: 85-Jähriger bei Einbruch gefesselt, Täter fliehen
- Stade: Mutter-Kind-Einrichtung nach tödlicher Tat wieder geöffnet
- Stade/Buxtehude: Polizei zählt 23 Autoaufbrüche
- Hannover: Vermisster Kater Carlo in Wohnung gefunden
- Werlte: Pilotanlage für grünes Flugzeugkerosin gescheitert
- Holzminden: Zwei Tatverdächtige nach Messerattacke festgenommen
- Harz: Talsperren nur noch zu rund 45 Prozent gefüllt