21. Juli 2026 – dpa

Missbrauchsbericht

Zunehmende sexuelle Gewalt gegen Kinder in Bund und Land

Die Polizei registriert mehr Fälle von sexueller Gewalt gegen Kinder. 2025 stieg die Zahl bundesweit auf über 17.000. Die höchsten Fallzahlen weist NRW auf.

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Die Polizei registriert steigende Fallzahlen bei sexueller Gewalt gegen Kinder und sieht ein großes Dunkelfeld. (Symbolbild)

Die Zahl der registrierten Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland ist in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr zählte die Polizei 17.126 Fälle, das waren rund 1.600 mehr als noch im Jahr 2021, wie aus dem Bundeslagebild «Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen» des Bundeskriminalamts (BKA) hervorgeht, das in Berlin vorgelegt wurde. Im Vergleich zu 2024 stieg die Zahl der Fälle im vergangenen Jahr um 772.

Dieser Trend spiegelt sich auch in der Länderauswertung wider: Demnach wurden im vergangenen Jahr in NRW 4.544 Kindesmissbrauchstaten registriert - darunter 755 Fälle schweren Missbrauchs. Als Kinder gelten strafrechtlich Menschen unter 14 Jahren. Hinzu kamen hier 347 von bundesweit 1.239 Missbrauchsfällen zum Nachteil von Jugendlichen.

In beiden Kategorien wurden im bevölkerungsreichsten Bundesland die mit Abstand höchsten Fallzahlen registriert. Das galt auch für 2024 mit 4.426 Missbrauchsfällen zum Nachteil von Kindern und 387 an Jugendlichen begangenen entsprechenden Straftaten.

Die bundesweiten Ermittlungen ergaben erneut, dass in mehr als der Hälfte der Fälle zwischen Opfern und Tatverdächtigen eine Vorbeziehung bestand. Das Bundeslagebild basiert auf Daten der bereits veröffentlichten polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und nimmt besonders die Bereiche sexueller Missbrauch, Missbrauchsdarstellungen (Kinderpornografie) und sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen in den Blick. Bei den bundesweit mehr als 53.000 registrierten Fällen sogenannter Kinder- und Jugendpornografie entfiel etwa jeder vierte auf NRW.

Den Angaben zufolge wurden in Deutschland insgesamt 18.736 Opfer im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch von Kindern registriert, ein Anstieg um 3,6 Prozent. Ein Kind kann dabei in der Statistik mehrfach erfasst werden, wenn es wiederholt Opfer wurde. 13.870 der Opfer waren Mädchen, 4.866 Jungen.

Auch die Zahl der Tatverdächtigen stieg erneut, von 12.368 auf 12.823. Es handele sich hauptsächlich um männliche, allein handelnde Tatverdächtige.

Die Statistik spiegelt nur die der Polizei bekanntgewordenen und durch sie bearbeiteten Straftaten wider - das sogenannte Hellfeld - einschließlich sogenannter Versuchstaten. Die Zahlen sind daher auch vom Anzeigeverhalten beeinflusst. «Neben dem in diesem Lagebild dargestellten polizeilichen Hellfeld ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen», heißt es in dem Bericht.

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