22. September 2026 – dpa

Auf Schwarzmarkt verkauft

Zoll hebt illegale Zigarettenfabrik aus - 21 Festnahmen

In einer geheimen Fabrik in der Nähe von Düsseldorf soll eine Bande im großen Stil illegal Zigaretten produziert haben. Nun haben Zollfahnder zugeschlagen - und 21 Personen festgenommen.

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In einer illegalen Zigarettenfabrik lagern große Mengen von geschnittenem Tabak., Foto: Zollfahndung Essen/dpa

Kistenweise Tabak, alte Maschinen und gefälschte Schachteln bekannter Zigarettenmarken: Zollfahnder haben bei einer großen Aktion in Nordrhein-Westfalen eine illegale Zigarettenfabrik ausgehoben. Bei den Durchsuchungen in mehreren Objekten seien insgesamt 21 Personen festgenommen worden, teilten das Zollfahndungsamt Essen und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mit. Außerdem seien umfangreiche Beweise gesichert worden.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur befand sich die Zigarettenfabrik in einer Halle in einem Gewerbegebiet in Haan bei Düsseldorf. Die Anlage sei «relativ groß» gewesen, sagte eine Zollsprecherin. Ermittlungsbeamte waren stundenlang damit beschäftigt, Beweise zu sichern. Helfer des Technischen Hilfswerks unterstützten den Zoll und luden mit Gabelstaplern die schweren Maschinen und Vorratskisten in Lastwagen.

Auf Fotos, die der Zoll aus der Fabrik veröffentlichte, sind zahlreiche Maschinen zur Zigarettenproduktion zu sehen. In riesigen Kartons und auf dem Boden der Halle liegt geschnittener Tabak. Neben den Maschinen stehen zahlreiche Kartons und Paletten bereit, mit denen die fertigen Zigarettenpackungen offensichtlich weitertransportiert werden sollten.

Die Ermittlungen gegen die Tätergruppierung laufen seit Mai 2026, teilten die Behörden mit. Es bestehe der Verdacht der Steuerhinterziehung und der Hehlerei. Die Gruppe soll in einer versteckten Fabrik im großen Stil Zigaretten hergestellt, sie in gefälschte Markenverpackungen gefüllt und dann auf dem Schwarzmarkt unversteuert verkauft haben.

Mit weiteren Details zum konkreten Fall hielten sich Zoll und Staatsanwaltschaft zurück. Die Masche sei aber immer ähnlich, sagte die Zollsprecherin. «Wir heben regelmäßig illegale Zigarettenproduktionsanlagen aus.» Dafür würden große Hallenkomplexe angemietet. Teilweise würden die Hallen abgedichtet, damit keine Geräusche nach außen dringen. Einige hätten sogar eine eigene Stromversorgung durch Generatoren.

Neben dem Tatbestand der Steuerhinterziehung gehe es in solchen Fällen auch darum, dass den Käufern solcher Zigaretten gesundheitliche Gefahren drohten. «Die hygienischen Zustände sind zum Teil katastrophal. Es kommt vor, dass der Tabak auf dem Boden liegt, mit irgendwelchen Geräten hin und her geschaufelt wird, dass da Müllreste drin liegen», sagte die Zollsprecherin. «Wir haben auch schon Anlagen gehabt, da lag Rattengift zwischen dem Tabak.»

An den Durchsuchungen seien Kräfte der Hauptzollämter Aachen, Düsseldorf, Duisburg, Dortmund, Köln und Münster beteiligt gewesen. Auch Zollkräfte in Berlin und Hannover seien eingebunden worden.

Neben den normalen Zollbeamten seien auch Spezialkräfte des Zollkriminalamts und der Bundespolizei im Einsatz gewesen.

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