12. Oktober 2026 – dpa
Aus der CDU kommen respektvolle Reaktionen für den Rücktritt von Bärbel Bas - angesichts ihrer persönlichen Lage. Vor Beratungen der CDU-Spitze wird betont, die Koalition stehe für Stabilität.
Außenminister Johann Wadephul hat Bärbel Bas nach ihrer Rücktrittsentscheidung als SPD-Chefin und Arbeitsministerin persönlich gewürdigt, sieht aber keine Auswirkungen auf die Arbeit der Koalition. Seine Gedanken seien bei Bas, «weil sie wirklich ein sehr feiner Mensch ist, der uns in der Koalition sicherlich auch fehlen wird», sagte der CDU-Politiker beim Eintreffen zum zweiten Tag einer Klausur der CDU-Spitze zur Serie schwerer Niederlagen bei den Landtagswahlen im September.
«Für die Koalition bedeutet das natürlich gar nichts», sagte Wadephul und fügte hinzu: «Wir haben eine Aufgabe zu erfüllen hier für vier Jahre.» Es spüre jeder in dieser Zeit, dass Deutschland und Europa Stabilität brauchten. «Dafür steht diese Koalition.» Die SPD werde in Ruhe und Sorgfalt über die Nachfolge von Bas beraten. «Aber die Arbeit muss weitergehen. Deutschland braucht eine handlungsfähige Regierung. Europa braucht ein handlungsfähiges Deutschland», sagte Wadephul.
Bas hatte ihren Rücktritt unter anderem mit dem Tod ihrer Stieftochter begründet und erklärt, gleichzeitig seien in der persönlich schwierigen Zeit auch öffentliche Angriffe auf sie, «leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners», weiter forciert worden.
Wadephul sagte, Bas habe ihre Arbeit im Arbeitsministerium «mit sehr viel Empathie und auch Fachkompetenz ausgeübt». Man solle in der Politik auch immer daran denken, dass Menschen diese Ämter ausübten. Wenn Bas sage, sie sei in einer Überforderungssituation, müsse man dies respektieren, ihre Trauer verstehen «und auch berücksichtigen, dass diese Ämter uns allen sehr, sehr viel abverlangen». Das werde im Arbeitsalltag oftmals vergessen.
Der baden-württembergische CDU-Vorsitzende Manuel Hagel sagte, die Nachricht berühre ihn sehr. Der Verlust eines Kindes sei ein Schmerz, hinter den jede Politik zurücktreten müsse. Er äußerte Respekt für die Arbeit und die Entscheidung von Bas.