21. Oktober 2026 – dpa

Europa League

Vom Abstellgleis nach Kreta: Hofmanns nächste Bayer-Chance

Lange schien für Jonas Hofmann nicht nur die Europa League in weiter Ferne. Nun gehört der Bayer-Routinier wieder zum Aufgebot. Doch auf Kreta wartet ein Gegner, der bereits Hoffenheim bezwungen hat.

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Jonas Hofmann reist mit Bayer Leverkusen zum Europa-League-Spiel nach Kreta. (Archivbild)

Für Bayer Leverkusens Routinier Jonas Hofmann hieß es dieses Mal wieder Koffer packen. Anders als zuletzt ging es für den 34-Jährigen nach dem Abschlusstraining im Schatten der BayArena mit der Mannschaft zum Flughafen Köln/Bonn. Denn der frühere Nationalspieler gehört wieder zum Europa-League-Aufgebot und darf auf der Urlaubsinsel Kreta auf sein Comeback auf internationaler Bühne hoffen.

Weil Martin Terrier mit einer Muskelverletzung bis in den Dezember hinein ausfällt, hat Bayer 04 Hofmann am Dienstagabend für den Wettbewerb nachgemeldet. «Wir haben mit Jonas jetzt ein Spieler dabei, der sehr variabel ist und unterschiedliche Positionen spielen kann. Ich glaube, dass das wichtig ist», erklärte Leverkusens Sportgeschäftsführer Simon Rolfes vor der Partie bei OFI Kreta am Donnerstag (18.45 Uhr/RTL+) die Entscheidung.

Dabei erhielt Hofmann den Vorzug vor Victor Boniface, der nach seinen Knieproblemen weiter um den Anschluss kämpft. Noch im Sommer schien die europäische Bühne für Hofmann in weite Ferne gerückt. Bei Bayer war er aufs Abstellgleis geraten und hätte den Verein verlassen können. Doch der Double-Sieger von 2024 blieb am Rhein und beweist einmal mehr, dass er sich auch in schwierigen Phasen nicht aufgibt.

In der Liga kam Hofmann bislang in drei Kurzeinsätzen zum Zug. Internationale Comebacks kennt er aber schon: Bereits vergangenen Herbst hatte er keinen Platz auf der maximal 25 Spieler langen Liste A der Werkself für die Champions League gefunden und damit die acht Spiele der Ligaphase verpasst. Bis zum Achtelfinal-Aus gegen Arsenal kam er anschließend noch zu einem Startelf- und einem Kurzeinsatz.

Auch wenn Hofmann bei Bayer nicht mehr erste Wahl ist, bleibt er ein wichtiger Teil des Kaders. Denn in den dicht gepackten Herbstwochen mit Spielen im Drei-Tage-Rhythmus braucht Leverkusen den gesamten Kader. Dass Rotation funktioniert, zeigte sich zuletzt beim 4:0 in Posen: Sechs neue Spieler standen in der Startelf, ohne dass die Mannschaft an Überzeugungskraft einbüßte. Auch für Hofmann ergeben sich so Chancen auf weitere Einsatzzeiten.

International ist Bayer bislang makellos unterwegs: zwei Siege, noch kein Gegentor - so lautet die bisherige Europa-League-Bilanz unter Trainer Carles Martínez. Vor dem Erfolg in Polen gewann die Werkself um Auftakt 2:0 gegen NK Celje. Mit sechs Punkten und 6:0 Toren liegt das Team nach zwei von acht Spieltagen auf Rang zwei in der Tabelle der 36 Mannschaften. Das Ziel ist klar: Die ersten acht Mannschaften der Ligaphase qualifizieren sich direkt für die K.-o.-Phase.

Auf Kreta will Bayer nun den nächsten Schritt machen. Allerdings hat OFI bereits bewiesen, dass es auch mit größeren Gegnern mithalten und Bundesligisten vor Probleme stellen kann. Zum Auftakt der Ligaphase bezwangen die Griechen die TSG Hoffenheim mit 2:0. Beim 1:2 in Rennes kassierten sie am zweiten Spieltag ihre erste Niederlage, Iagen aber lange in Führung und mussten den entscheidenden Gegentreffer erst in der 90. Minute hinnehmen.

Auch Bayer-Sportchef Rolfes verwies auf die Qualitäten des kommenden Gegners. «Es ist mit Sicherheit eine unangenehme Mannschaft, die einem das Leben schwer machen will», sagte der 44-Jährige und mahnte zur Konzentration: «Wir müssen hellwach sein.» Die Niederlage der Hoffenheimer sei «natürlich eine Warnung», so Rolfes. «Wir sind gewarnt, dass es eine gute Mannschaft ist, die auch sehr guten Gegnern wehtun kann.»

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