09. September 2026 – dpa

Seit sechs Jahren verschwunden

Vermisste Scarlett: Vater gibt Hoffnung weiter nicht auf

Eine junge Frau aus Ostwestfalen bricht zu einer Wandertour im Schwarzwald auf - und kommt nie bei ihrem Ziel an. Ihre Familie gibt die Suche nach wie vor nicht auf.

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Ein Suchplakat hängt weiter an dem Supermarkt in Todtmoos, bei dem Scarlett zum letzten Mal gesehen wurde., Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Rund sechs Jahre nach dem Verschwinden seiner Tochter fährt Ralf Salice Ende der Woche wieder von Ostwestfalen in den Südschwarzwald - zum vierten Mal in diesem Jahr. Es ist der Ort, an dem Scarlett Salice das letzte Mal gesehen wurde - auf den Überwachungsaufnahmen eines Supermarkts in Todtmoos am 10. September 2020. Seitdem fehlt von der damals 26-Jährigen aus Bad Lippspringe jede Spur.

Scarlett war zur letzten Etappe ihrer Wandertour am Schluchtensteig aufgebrochen. Es war ihrem Vater zufolge ihre erste Wanderung allein mit Zelt. Als sie nicht wie verabredet bei einer Freundin ankam, meldete ihre Familie sie als vermisst. Was folgte, war eine aufwendige Suchaktion - Polizei, Bergwacht, Feuerwehr, Hubschrauber, Drohnen, Hundestaffeln. Auch «Aktenzeichen XY» berichtete.

Zweieinhalb Jahre nach ihrem Verschwinden wurde das Todesermittlungsverfahren eingestellt - es gibt laut Polizei keine Hinweise auf eine Straftat. Der Vermisstenfall aber bleibt weiter offen. Monatlich gehen einem Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg zufolge im Schnitt noch immer drei bis vier neue Hinweise ein. Insgesamt sei man nun bei 641 Hinweisen. «Der entscheidende Durchbruch fehlt bislang», so der Sprecher.

Ralf Salice fährt trotzdem weiter hin. Begleitet von Freiwilligen, die sich teils schon kurz nach dem Verschwinden zusammengefunden haben und seither regelmäßig nach Scarlett suchen. «Dafür kann ich ihnen nicht genug danken», so Salice. Die Facebook-Gruppe «Bitte findet Scarlett» zählt mittlerweile fast 4.700 Mitglieder.

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