06. August 2026 – dpa
Ein Spitzentreffen bringt Entscheider aus Politik und Wirtschaft in Bonn an einen Tisch. Anlass ist das extreme Niedrigwasser. Der BUND befürchtet, dass entscheidende Themen ausgeblendet werden.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert einen grundlegenden Wechsel in der deutschen Wasserpolitik. Dazu gehöre ein nationaler Plan für Wasserknappheit. Vor einem Spitzentreffen von Wirtschaftsverbänden mit dem neuen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) in Bonn mahnte der BUND Nordrhein-Westfalen, die Konferenz nicht auf wirtschaftliche Folgen niedriger Wasserstände für die Schifffahrt zu begrenzen. Stattdessen müssten der Schutz der Flüsse, der Trinkwasserressourcen und der natürlichen Wasserreserven im Mittelpunkt stehen.
«Der Rhein ist weit mehr als eine Wasserstraße», unterstrich die Geschäftsführerin des BUND NRW, Simone von Kampen, in einer Mitteilung. «Er ist Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und die wichtigste Trinkwasserquelle für Millionen Menschen.» Deshalb greife es zu kurz, sich angesichts des Niedrigwassers vor allem um die Schifffahrt zu kümmern.
Die Folgen der Trockenheit seien nur mit umfassenden Maßnahmen zu begrenzen. Dazu gehörten auch sogenannte Schwammlandschaften, die große Mengen Regenwasser aufsaugen, speichern und in Trockenperioden verzögert wieder abgeben können, die Renaturierung von Flüssen und Auen und ein sparsamerer Umgang mit Wasser.
Bei Nutzungskonflikten müssten die Trinkwasserversorgung und der Erhalt der Natur Vorrang vor wirtschaftlichen Einzelinteressen haben, betonte der BUND. Der Güterverkehr sei stärker auf die Schiene sowie auf Schiffstypen zu verlagern, die für Niedrigwasser geeignet seien. «Die Binnenschifffahrt ist an die Flüsse anzupassen - nicht umgekehrt.»