15. September 2026 – dpa

Prozess in Köln

Teil der Beute in Altkleider-Container entsorgt

Im April soll ein 61-Jähriger ein Möbelhaus überfallen haben. Vor Gericht überraschte er nun mit der Aussage, vor Aufregung 13.000 Euro mit der Tatjacke entsorgt zu haben.

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Vor dem Kölner Landgericht hat ein Angeklagter berichtet, einen Teil seiner geraubten Beute in einem Altkleider-Container entsorgt zu haben. (Archivbild)

Im April überfiel ein langjähriger Mitarbeiter eines Möbelhauses in Frechen bei Köln seinen Arbeitgeber und erbeutete laut Anklage rund 40.000 Euro. Beim Prozessauftakt vor dem Kölner Landgericht überraschte der 61-Jährige nun mit der Aussage, dass er rund 13.000 Euro der Beute mit der bei der Tat getragenen Jacke in einem Altkleider-Container entsorgt habe. Wie das passieren konnte? «Ich war so aufgeregt. Ich bin kein Profi, Herr Vorsitzender», sagte der Angeklagte in seiner Einlassung.

Laut Anklage soll der 61-Jährige im April nach seiner Schicht maskiert und mit einer Softair-Pistole bewaffnet in den Verwaltungstrakt des Möbelhauses gegangen sein und dort zwei Mitarbeiter mit der Waffe bedroht haben. Dabei habe er, um nicht an der Stimme erkannt zu werden, einen Zettel mit der Aufforderung, den Tresor zu öffnen, vorgehalten. Dem seien die Mitarbeiter gefolgt. Rund 40.000 Euro soll der Angeklagte aus dem Safe entnommen und in seine Jacke gestopft haben, ehe er den Betrieb verließ.

«Ich hab' einen Riesenfehler begangen, für den ich mich richtig schäme», gestand der 61-Jährige. Als Motiv nannte er «extreme Geldnot». Er habe nach dem Tod seiner Eltern das Elternhaus für rund 350.000 Euro sanieren lassen und sich dabei übernommen. Zudem habe er regelmäßig Kokain konsumiert. Direkt im Anschluss an den Überfall sei er zur Sparkasse gefahren, um 9000 Euro auf sein wegen Überziehung bereits gesperrtes Konto einzuzahlen. Auf der Fahrt dorthin habe er bereits Teile seiner Maskierung aus dem Auto geworfen. Die bei der Tat getragene Jacke habe er später in Frechen in einen Altkleider-Container geworfen. Vor lauter Aufregung habe er dabei einen Teil der Beute darin vergessen.

Erst am nächsten Tag habe er das Malheur bemerkt. Er habe überlegt, den Container aufzubrechen, sich aber vor Ort nicht getraut, da dieser an einer stark befahrenen Straße gestanden habe. Der Vorsitzende fragte den 61-Jährigen ungläubig: «Wie, Sie überfallen ihren jahrelangen Arbeitgeber, trauen sich aber nicht einen Altkleider-Container aufzubrechen?» Der Angeklagte antwortete: «Das war mir zu riskant.» Rund 14.000 Euro der Beute sollen rund zwei Wochen nach der Tat von Polizeibeamten bei einer Hausdurchsuchung bei dem 61-Jährigen sichergestellt worden sein. Den Rest der Tatbeute will der Angeklagte unter anderem für einen Urlaub mit seiner Frau ausgegeben haben.

Der Prozess ist mit drei weiteren Verhandlungstagen terminiert. Ein Urteil wird am 29. September erwartet.

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