16. Oktober 2026 – dpa
Das Kölner NS-Dokumentationszentrum erinnert an die Schrecken der Nazizeit. Als Mitarbeiter der Einrichtung morgens zur Arbeit kommen, riecht es am Eingang streng. Nun ermittelt der Staatsschutz.
Unbekannte haben eine stinkende Flüssigkeit am Kölner NS-Dokumentationszentrum verteilt. Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) sprach danach von einem «Angriff auf unsere Erinnerungskultur und das demokratische Selbstverständnis unserer Stadt». Er verurteile die Tat auf das Schärfste. Er hoffe auf einen schnellen Ermittlungserfolg der Polizei, erklärte er.
Die Kölner Landtagsabgeordnete Berîvan Aymaz sagte, der Angriff sei abscheulich und feige gewesen. «Gerade in Zeiten, in denen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus erstarken, müssen wir solche Orte schützen und stärken», sagte die Grüne. «Sie sind unverzichtbar für eine lebendige Erinnerungskultur und unsere demokratische Gesellschaft.»
In der Nacht zum Freitag war der Eingangsbereich des NS-Dokumentationszentrums am Appellhofplatz in der Kölner Innenstadt verunreinigt worden. Mitarbeiter informierten darüber am Freitagmorgen die Polizei. Daraufhin nahm die Kriminalinspektion Staatsschutz Ermittlungen wegen Sachbeschädigung auf. Nun werden Zeugen gesucht. Die Stadt Köln teilte mit, dass das NS-Dokumentationszentrum wegen umfangreicher Reinigungsarbeiten bis einschließlich Montag geschlossen bleibt.
Das Zentrum ist ein zeithistorisches Museum im Gebäude der ehemaligen Kölner Gestapozentrale. Museumsbesuchern werden dort Hintergründe zur Geschichte des Hauses und seiner Nutzung durch die Gestapo erklärt, insbesondere mit Blick auf das Gefängnis im Keller des Hauses. Außerdem geht es um die Nachnutzung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.