14. Juli 2026 – dpa

Fünf Jahre nach der Flut

Steinmeier mahnt nach Flutkatastrophe zu Klimaschutz

Schaufeln im Kofferraum, Hoffnung in den Herzen: Bundespräsident Steinmeier würdigt die Solidarität nach der Flutkatastrophe und ruft dazu auf, den Klimaschutz nicht aus den Augen zu verlieren.

p2qqw7ppep-v1-ax-s2048.jpeg
Steinmeier bei einer Gedenkzeremonie für die Opfer der Flutkatastrophe einen Monat nach der Flut. (Archivbild)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Flutkatastrophe vor fünf Jahren als unmissverständliche Warnung bezeichnet. «Wir schulden den Menschen, die in jener Nacht alles verloren haben, den ernsthaften, konsequenten Willen, dafür zu sorgen, dass wir auf solche Katastrophen besser vorbereitet sind und dass wir das uns Mögliche gegen den fortschreitenden Klimawandel tun», sagte Steinmeier in Düsseldorf bei einer Gedenkstunde im Landtag von Nordrhein-Westfalen.

Fünf Jahre Flut an der Ahr und an der Erft seien eine Mahnung, den Klimaschutz nicht aus den Augen zu verlieren. «Das schulden wir uns selbst und das schulden wir vor allem den nachkommenden Generationen», so der Bundespräsident.

Steinmeier erinnerte im Beisein von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Landtagspräsident André Kuper (beide CDU) an die Opfer der Katastrophe. Eingeladen waren auch Angehörige der Opfer und Helfer aus den betroffenen Regionen.

Die Flutkatastrophe am 14. und 15. Juli 2021, verursacht durch Starkregen, richtete Milliardenschäden an. Gewaltige Wassermassen zerstörten Häuser, Straßen, Brücken, Schienen und Felder. Laut Steinmeier starben in Nordrhein-Westfalen 49 Menschen, in Rheinland-Pfalz 136.

Er sei damals im Krisengebiet auf Menschen getroffen, denen wenig geblieben war außer ihrer Hoffnung. «Und diese Hoffnung, das habe ich auch damals gesagt, dürfen wir nicht enttäuschen.» Fünf Jahre seien vergangen. Aber das Leid sei nach wie vor präsent.

«Wir, das ganze Land, stehen an Ihrer Seite. Wir trauern heute, fünf Jahre später, mit Ihnen. Sie sind nicht allein, das habe ich Ihnen damals versprochen», sagte Steinmeier zu den anwesenden Angehörigen und Hinterbliebenen.

«Aber auch das wollen wir nicht vergessen: Es gab Solidarität in ungeahntem Ausmaß. Helfende Hände, Freiwillige, die sich von überall auf den Weg machten. Menschen, die ihre Schaufeln ins Auto luden und einfach losfuhren», so das Staatsoberhaupt.

«Sie kamen aus Wermelskirchen und aus Köln, aus dem Ruhrgebiet und aus Berlin, aus dem ganzen Land. An manchen Wochenenden waren es Tausende. Tag für Tag, über Wochen und Monate hinweg, auch als die Fernsehkameras längst wieder abgezogen waren.»

Als Bundespräsident sei er dankbar für diese überwältigende Hilfsbereitschaft. «In der Stunde der Not sind wir ein starkes, solidarisches Land. Wir helfen einander. Wir stehen zusammen.»

Warnsysteme seien seither verbessert und der Katastrophenschutz gestärkt worden. Aber weder beim Kampf gegen die Ursachen solcher Katastrophen noch beim Bemühen, das Land widerstandsfähiger gegen Hitze, Dürre und Extremwetter zu machen, sei Deutschland da, wo es sein müsste, mahnte Steinmeier.

Weitere Meldungen

undefined
Antenne Niedersachsen
Audiothek