30. Juni 2026 – dpa

Internationale Ausstellung

Skulptur Projekte Münster 2027 bespielen auch Außenbezirke

Alle zehn Jahre macht die Skulpturenschau Münster zu einem internationalen Hotspot für Kunst im öffentlichen Raum. Nun geben die Macherinnen Einblick in die Pläne für die sechste Auflage.

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Die neue Leitung, das Trio Who, What & for Whom, will die Skulptur Projekte auch stärker in die Viertel abseits des Zentrums von Münster bringen.

Ein Jahr vor Beginn der zehnjährlich stattfindenden internationalen Kunstschau Skulptur Projekte Münster stehen die ersten Künsterinnen und Künstler fest. Darunter sind der Turner-Preis-Gewinner Oscar Murillo aus Kolumbien sowie der in London lebende Bildhauer Hew Locke. Zur Auftaktpressekonferenz rund ein Jahr vor dem Start der Schau gab die neue künstlerische Leitung Einblicke in das Konzept für die sechste Auflage der renommierten Schau für Gegenwartskunst im öffentlichen Raum.

So will das Kuratorinnen-Trio What, How & for Whom (WHW) den Radius der Ausstellung über die Innenstadt hinaus erweitern und im Sommer 2027 verstärkt auch umliegende Stadtviertel in den Blick nehmen. Münster sei mehr als nur das typische Beispiel einer ordentlichen und wohlhabenden Stadt des Westens, sagte Sabina Sabolović, neben Ivet Ćurlin und Nataša Ilić Teil des Kuratorinnen-Kollektivs.

Wie in vielen europäischen Städten stellten sich auch hier Fragen nach unsichtbaren sozialen Grenzen, nach Ungleichheit und Ausgrenzung. Diesen Perspektiven wolle man auch Rechnung tragen, indem mehrere Arbeiten abseits des historischen Zentrums zu sehen sein werden, etwa in den Stadtteilen Bergfidel, Kinderhaus oder dem York-Quartier.

So wird der Kolumbianer Oscar Murillo das ehemalige Offizierskasino in der früheren britischen York-Kaserne, die aktuell Geflüchtete beherbergt und zum Wohnquartier umgebaut werden soll, zu einem Kunstort machen, der gemeinsames Kochen und Teilen in den Mittelpunkt rücken soll.

Die polnische Künstlerin Iza Tarasewicz möchte auf einem ehemaligen Bauernhof in Kinderhaus, wo heute Menschen mit Behinderung wohnen und arbeiten, ein Werk realisieren, das sich mit jahreszeitlichen Zyklen und landwirtschaftlichen Abläufen befasst. Mitten im historischen Zentrum im Krameramtshaus wird der in Schottland geborene und in Guyana aufgewachsene Hew Locke eine Installation erschaffen.

Für die Skulptur Projekte vom 13. Juni bis 3. Oktober 2027 erarbeiten insgesamt rund 30 Kunstschaffende ortsbezogene Arbeiten für den öffentlichen Raum. Weitere Namen, Standorte und Details des Konzepts sollen im Laufe der kommenden zwölf Monate bekanntgegeben werden.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1977 haben die Skulptur Projekte die Debatte um Kunst im öffentlichen Raum immer wieder geprägt und Münster zu einem weltweit beachteten Ort der Gegenwartskunst gemacht.

650.000 Menschen besuchten die Schau im Jahr 2017. Viele Arbeiten der vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe sowie der Stadt getragenen Ausstellung sind nur temporär, andere prägen das Stadtbild seit Jahrzehnten: Darunter sind etwa die riesigen Billard-Kugeln des amerikanischen Pop-Art-Künstlers Claes Oldenburg am Aasee.

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