09. Oktober 2026 – dpa
Von der Mädchenschule ins Königsschloss: Silvia von Schweden erinnert sich an ihre Jugend in Düsseldorf und verrät Schülern, dass Königin nicht ihr Berufswunsch war.
Königin Silvia von Schweden hat in Düsseldorf nach mehr als 60 Jahren ein bewegendes Wiedersehen mit ihrer früheren Schule gefeiert. Dass sie einmal ein royales Staatsamt innehaben würde, hätte sich die heute 82 Jahre alte Königin als Schülerin nie erträumt. «Ich kann Ihnen verraten: Die Königin von Schweden stand nicht auf meiner Wunschliste», sagte die Monarchin bei der Einweihung des Neubaus des traditionsreichen Luisen-Gymnasiums.
Dass eine echte Königin aus dem Norden eine Schule in Nordrhein-Westfalen einweihte und dort vor Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften sprach, hat einen besonderen Grund: Die in Heidelberg geborene Silvia Renate Sommerlath legte am Luisen-Gymnasium 1963 ihr Abitur ab.
Damals war die Schule noch eine reine Mädchenschule und befand sich in einem inzwischen fast 120 Jahre alten Altbau nahe der Königsallee. Im Sommer zog die Schule aus dem beengten und antiquierten Gebäude in einen hochmodernen Neubau mit Dreifachturnhalle, Mensa und Selbstlernzentrum. Königin Silvia zeigte sich gerührt. «Dass ich meine alte Schule in einem neuen Haus wiedersehe, macht diesen Tag für mich besonders.»
Seit 1957 lebte die seinerzeit aus Brasilien zurückgekehrte Familie Sommerlath in Düsseldorf. Silvia erinnerte sich daran, wie sie morgens aus dem Stadtteil Stockum in die Schule im Stadtzentrum fuhr und gesehen habe, wie schnell sich die Stadt veränderte. «Ein Umzug bringt Veränderung mit sich, und Veränderung bringt Möglichkeiten. Das habe ich mehr als einmal erfahren», resümierte Silvia ihre Jugend.
Der Rundgang durch das neue Gymnasium machte auf Silvia offenbar Eindruck. Immer wieder zückte sie ihr Handy in knallroter Hülle und fotografierte die Klassenräume. Dabei fragte die Königin die Schüler, was sie einmal werden wollten. Für sie sei die Antwort später gekommen, sagte Silvia. «Und sie kam anders, als ich es mir ausgedacht hatte.»
Für die rund 1.000 Kinder und Jugendlichen aus 50 Nationen, die am multikulturellen Luisen-Gymnasium lernen, hatte Silvia noch einige Ratschläge fürs Leben: «Lernen Sie hier, lachen Sie hier, schließen Sie Freundschaften, die länger halten als die Schulzeit.» Und ganz wichtig: «Stellen Sie Ihre Fragen, auch die unbequemen, und wenn Sie etwas für falsch halten, dann sagen Sie es.»
Die wenigsten der jungen Schüler dürften wissen, dass Silvia ihren späteren Mann, König Carl Gustaf von Schweden, im Sommer 1972 bei den Olympischen Spielen in München kennengelernt hatte, wo sie als ausgebildete Dolmetscherin arbeitete. Einige jüngere Schüler vermissten nur eines beim Besuch der Königin: ihre Krone.
Am Abend sollte Silvia von der Stiftung Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland und dem Heimatverein Düsseldorfer Jonges mit dem «Preis für Kindeswohl 2026» ausgezeichnet werden. Damit wird ihr jahrzehntelanges Engagement für den Schutz von Kindern und die Stärkung von Kinderrechten gewürdigt.