06. Oktober 2026 – dpa
Ein metallischer, brandähnlicher Geruch hat sich in der Innenstadt von Siegen ausgebreitet. Feuerwehr und Umweltamt suchen nach der Ursache. Vor 14 Tagen gab es das schon mal - sehr rätselhaft.
Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen hat sich ein äußerst unangenehmer Geruch in der gesamten Innenstadt von Siegen ausgebreitet. Feuerwehr und Umweltamt seien im Einsatz, sagte ein Feuerwehrsprecher. Bislang sei es aber nicht gelungen, die Ursache für den Gestank sicher zu identifizieren.
Die Bevölkerung wurde am frühen Dienstagmorgen über die Warn-App Nina informiert. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass gesundheitsgefährdende Stoffe in der Luft seien. Im Laufe des Tages habe sich der Geruch dann allmählich verflüchtigt und die Warnung sei aufgehoben worden.
In der gesamten Innenstadt sei ein metallischer, brandähnlicher Geruch wahrnehmbar gewesen, beschrieb der Feuerwehrsprecher. Seit Montagabend hätten zahlreiche Menschen den Notruf gewählt und zunächst vermutet, dass es in ihrem Haus ein Gasleck gebe.
Vor zwei Wochen hatte sich derselbe Geruch schon einmal in Siegen ausgebreitet. «Auch da haben wir leider nichts gefunden», sagte der Feuerwehrsprecher. «Das Umweltamt ist die heimische Industrie abgefahren und hat die Kanalisation überprüft - aber ohne Ergebnis.» Auch die Bezirksregierung Arnsberg berichtete, dass die Ermittlungen in beiden Fällen weiter andauerten und noch intensiviert werden sollten.
Laut Feuerwehr gab es auch diesmal wegen einer Inversionswetterlage nur wenig Luftbewegung, so dass der unangenehme Geruch nur sehr langsam abgezogen sei. Die Menschen müssten aber keine besonderen Vorkehrungen treffen, der Geruch sei sehr unangenehm, aber wohl ungefährlich.
In beiden Fällen waren Experten der Bezirksregierung Arnsberg und des Kreises Siegen-Wittgenstein «im Umfeld der Geruchsbeschwerden» unterwegs, wie ein Behördensprecher auf Anfrage schilderte. «Im Rahmen der Einsätze erfolgte eine Überprüfung der Geruchssituation im Stadtgebiet sowie von potenziell als Emittenten in Betracht kommenden Betrieben.» Die Suche nach der Quelle für die Geruchsbelästigung sei aber sehr schwierig, da Geruch nicht messbar sei.
Große Industriebetriebe waren laut Bezirksregierung nach Auffälligkeiten in der nächtlichen Produktion gefragt worden. Am Nachmittag hieß es: «Die Überprüfungen der Betriebe ergab, dass zur Zeit des Geruchsereignisses keine Auffälligkeiten oder Abweichungen vom Regelbetrieb festgestellt werden konnten.» Bei einigen der infrage kommenden Betriebe habe es gar keinen Produktionsbetrieb zum Zeitpunkt der Gerüche gegeben.
Vorläufiges Fazit in den rätselhaften Fällen: «Insofern können die aufgetretenen Gerüche beider Ereignisse derzeit nicht eindeutig einem Verursacher zugeordnet werden.»
Die Ursachenermittlung bei Geruchsbelästigungen, die zu rechtssicheren Beweisen gegen einen konkreten Verursacher führen könnten, gestaltet sich in aller Regel schwierig, hieß es bei der Bezirksregierung. Sie verwies auf «messtechnische Grenzen, individuelles Empfinden des Geruchscharakters, Witterungseinflüsse und zügige Verflüchtigung der Gerüche.»
Die Ermittlungen der Bezirksregierung in enger Zusammenarbeit mit dem Kreis Siegen-Wittgenstein sollten jedenfalls forciert fortgeführt werden. Die betroffene Bevölkerung sei aufgerufen, sich bei solchen Geruchsereignissen möglichst schnell zu melden. Einige Hinweise aus der Bevölkerung zu möglichen Verursachern seien bereits bei den zuständigen Behörden eingegangen.