17. Juni 2026 – dpa
Pendler und Berufskraftfahrer im Rheinland und im Ruhrgebiet müssen starke Nerven beweisen: Im Landtag soll die Landesregierung Lösungen aus dem Verkehrschaos aufzeigen. Die SPD macht Druck.
Angesichts zahlreicher akuter Verkehrsprobleme in Nordrhein-Westfalen hat die SPD-Opposition der Landesregierung vorgeworfen, keinen Plan zu haben, wie der «Infrastruktur-Notstand» zu beseitigen ist. Inzwischen seien 2.439 Brücken und damit jede dritte Brücke in NRW marode, sagte SPD-Vizefraktionschef Alexander Vogt im Düsseldorfer Landtag.
In einer von allen drei Oppositionsfraktionen beantragten Aktuellen Stunde ging es um massive Beeinträchtigungen auf zentralen Verkehrsachsen im Rheinland und im Ruhrgebiet: die unerwartete Sperrung der Bonner Nordbrücke auf der A565, die zehntägige Vollsperrung der A40, die Sperrung der Eifeltor-Brücke auf der A4 für den Schwerlastverkehr, anstehende Sperrungen auf der A43 und der A42 sowie der Ausfall mehrerer Regionalzugverbindungen zwischen Köln und Bonn vom 2. bis zum 10. Juli.
«NRW ist inzwischen nicht mehr das Land der kurzen Wege - NRW ist das Land der langen Umleitungen», kritisierte Vogt. Das Land brauche eine starke zentrale Koordinierungsstelle, die Baustellen landesweit plane, priorisiere und aufeinander abstimme. «Wenn gleichzeitig Brücken gesperrt, Schleusen kaputt, Straßen saniert und Schienenstrecken beeinträchtigt sind, dann muss irgendjemand den Überblick behalten und sich nicht mit Verweis auf fehlende Zuständigkeit wegducken.»
Für die Stadt Bonn, die wegen der gesperrten Nordbrücke bis Ende Juli kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr anbietet, fordert die SPD ein sofortiges finanzielles Hilfspaket. Die AfD zweifelt den Sinn solcher Maßnahmen an.