29. Juni 2026 – dpa
Marode Brücken auf der Strecke sorgen schon jetzt für Verspätungen. Für deren Neubau und zahlreiche weitere Baumaßnahmen fallen nun monatelange Züge aus. Was Fahrgäste wissen sollten.
Im kommenden halben Jahr müssen sich Bahnreisende zwischen Siegen und Hagen auf monatelange Zugausfälle einstellen. Auf der wichtigen Güter- und Regionalzugstrecke durch das Lennetal sollen bis 11. Dezember unter anderem drei Eisenbahnbrücken bei Olpe und Kirchhundem neu gebaut, weitere instand gesetzt sowie 23 Gleiskilometer und 41 Weichen ersetzt werden, wie die Bahn mitteilte. Je nach Abschnitt sind dort werktäglich im Regionalverkehr zwischen 2000 und 5500 Fahrgäste unterwegs.
Für die Bauarbeiten wird die Strecke immer wieder abschnittweise gesperrt oder steht nur eingleisig zur Verfügung - mit deutlichen Folgen für den Nah- und Güterverkehr. So fällt der Dortmund-Siegerland-Express (RE34) vom 10. Juli bis 15. September komplett aus, danach soll er zumindest eingeschränkt wieder rollen.
Zwischen Hagen und Siegen fahren währenddessen Ersatzbusse, durch die sich die Fahrtzeit allerdings bis zu einer Stunde erhöhen werde. Auch die Züge der RB91 fallen auf wechselnden Abschnitten aus. Die Bahn empfiehlt Zugreisenden sich in den Online-Fahrplänen und auf Zuginfo.nrw über die Einschränkungen und Reisealternativen zu informieren.
Mitte September wird dann die Strecke zwischen Iserlohn-Letmathe und Plettenberg gesperrt. Im letzten Bauabschnitt von Oktober bis Dezember sollen dann noch einmal kürzere Sperrungen an verschiedenen Stellen notwendig werden. Die Bau- und Ersatzkonzepte ab Herbst seien aktuell noch in der Abstimmung.
Insgesamt investiert die Bahn mehr 150 Millionen in die Sanierung der Strecke, hieß es. Mehr als 100 geplante Einzelmaßnahmen sollen dann dafür sorgen, dass die wichtige Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und dem Siegerland wieder stabiler und zuverlässiger zur Verfügung stehe.
«Wir können mir der Betriebsqualität aktuell nicht zufrieden sein», räumte Tobias Hausschild, Betriebsleiter im Netzbereich Hagen bei DB InfraGo ein. So kommt es aktuell immer wieder zu Verspätungen, weil die Züge über die maroden Brücken nur mit stark gedrosselter Geschwindigkeit fahren dürfen. Die IC-Linie 34 wurde bereits im April vorzeitig eingestellt, um die kaputten Bauwerke zu entlasten.