24. Juni 2026 – dpa
Mehr als 700.000 Einsatz-Stunden: Innenminister Herbert Reul (CDU) fordert eine Entlastung der Polizei bei Fußballspielen und kündigt eine schärfere Gangart bei Stadionverboten an.
Innenminister Herbert Reul (CDU) will die Belastung der Polizei durch Bundesligaspiele verringern: «Allein in der vorletzten Saison hat das für über 700.000 Stunden gesorgt, die Sie im Einsatz waren», schreibt Reul in seinem «Ministerblog» im Intranet der Polizei. Aber, so Reul: «Hier tut sich jetzt endlich etwas!»
Reul bezieht sich in seinem Blogbeitrag auf aktuelle Gespräche mit Leitern der Polizeibehörden vor Ort: «Ein Thema, das fast immer genannt wurde, ist die Arbeitsbelastung im Zusammenhang mit Fußballspielen. Rund 10 Millionen friedliche Menschen schauen die Spiele quer durch die drei Profi-Ligen im Schnitt pro Saison. Sie alle leiden darunter, was die rund 5.000 gewaltbereiten Menschen rund um die Spiele veranstalten.»
Es gebe aber Fortschritte, so der Minister: «Ab der kommenden Saison 2026/2027 wird es eine "Zentrale Aufsichts- und Überprüfungsstelle Stadionverbote" beim DFB geben, die dafür zu sorgen hat, härtere und bundesweit einheitliche Stadionverbote durchzusetzen. Denn: Wer im Stadion zündelt oder zuschlägt, hat dort nichts verloren. Es kann schlichtweg nicht sein, dass Sie sich jedes Wochenende mit den immer gleichen Krawallmachern herumschlagen müssen.»
Auch das Thema Pyrotechnik habe man sich «nochmals angeschaut und die Vereine verpflichtet, nachhaltig gegen die Störer vorzugehen», so Reul. Konkrete Präventionsmaßnahmen sollen demnach bis zur Herbstkonferenz der Innenminister vorgelegt werden.
Auf die Maßnahmen gegen Pyrotechnik sei man sehr gespannt, sagte der NRW-Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Patrick Schlüter. Die Absprachen der Innenminister mit dem DFB zu Stadionverboten stellten demnach «einen wirklich wichtigen Schritt dar», so Schlüter zur dpa: «Gewalttäter haben beim Fußball nichts, aber auch gar nichts zu suchen. Stadionverbote müssen konsequent ausgesprochen und durchgesetzt werden.»