09. Juli 2026 – dpa
Mitten in einem erkalteten Lavastrom entspannt sich unter der Stadt Mendig ein weit verzweigtes Tunnelsystem. Drei Männer aus NRW gerieten dort in Not – die Rechnung für die Rettung folgt.
Die Rettung von drei jungen Männern aus dem weit verzweigten Lava-Tunnelsystem unter der Eifelstadt Mendig dürfte für die Betroffenen teuer werden. Nach Angaben der Verbandsgemeinde werden für den Feuerwehreinsatz voraussichtlich rund 1.000 Euro fällig. Zudem prüft die Polizei ein Straf- beziehungsweise Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Hausfriedensbruchs.
Die drei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 21 Jahren aus Nordrhein-Westfalen hatten sich am Mittwochnachmittag unerlaubt Zugang zu dem unterirdischen Höhlensystem verschafft und sich dort verirrt. Kurz nach 16.00 Uhr setzten sie an einem Schacht einen Notruf ab. Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst leiteten daraufhin eine Suchaktion ein. Mithilfe ortskundiger Experten konnten die Männer schließlich über das Besucherbergwerk sicher ins Freie geführt werden. Sie waren unterkühlt, blieben jedoch unverletzt.
Nach Angaben der Verbandsgemeinde beteiligten sich 13 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Mendig an der Rettungsaktion. Um den Aufenthaltsort der Vermissten einzugrenzen, fuhren die Helfer mehrere Schächte an und werteten unter anderem die Ausbreitung des Schalls von Martinshörnern aus. So gelang es, den Standort der Männer zu bestimmen.
Mendigs Bürgermeister Jörg Lempertz (CDU) mahnte, das unterirdische Stollensystem sei «kein Abenteuerspielplatz». Wer die weitläufigen Felsenkeller ohne ortskundige und autorisierte Begleitung betrete, bringe sich und andere in erhebliche Gefahr. Aus vermeintlicher Abenteuerlust könne innerhalb kürzester Zeit eine lebensbedrohliche Situation entstehen.
Die unterirdischen Felsenkeller von Mendig erstrecken sich in rund 32 Metern Tiefe über etwa drei Quadratkilometer. Das ehemalige Basaltlava-Bergwerk darf nur im Rahmen geführter Besichtigungen betreten werden.