08. Juli 2026 – dpa

Einsatz im Ruhrgebiet

Razzien nach eskalierter pro-kurdischer Demo in Dortmund

Nach der eskalierten pro-kurdischen Demonstration im Januar in Dortmund hat die Polizei Wohnungen von Verdächtigen durchsucht. Damals waren Polizisten verletzt und ein Imbiss demoliert worden.

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Ein syrisches Restaurant wurde von Teilnehmern der pro-kurdischen Demonstration demoliert. (Archivbild)

Knapp sechs Monate nach einer eskalierten pro-kurdischen Demonstration in Dortmund hat die Polizei sieben Wohnungen von Verdächtigen durchsucht. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Bei den Durchsuchungen seien unter anderem Datenträger und Kleidungsstücke sichergestellt worden. Bei der Demo waren Polizisten mit Böllern beworfen worden, außerdem wurde ein syrisches Restaurant demoliert.

Die Durchsuchungen fanden laut Mitteilung an jeweils zwei Anschriften in Dortmund und Bochum sowie jeweils an einer Anschrift in Lünen, Werdohl und Datteln statt. Sechs Tatverdächtige konnten laut den Ermittlern angetroffen werden. Festnahmen gab es nicht.

Nach der Demo am 20. Januar mit 4.000 Teilnehmern hatte die Polizei eine Ermittlungskommission («EK City») eingesetzt, die unter anderem Videos und Social-Media-Beiträge analysierte. Das führte laut Polizei und Staatsanwaltschaft zu 30 Strafverfahren wegen des Verdachts des besonders schweren Landfriedensbruchs. 19 Tatverdächtige habe man inzwischen identifiziert.

Anzeigen gab es damals auch wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung an Autos, Zeigen von verbotenen Fahnen, Zünden von Pyrotechnik und versuchter Gefangenenbefreiung. Durch Stein- und Böllerwürfe waren sieben Polizisten verletzt worden.

Die Demo in Dortmund hatte das Motto «Gegen das Töten von Unschuldigen, Zivilisten und Kindern» gehabt, sie stand im Zusammenhang mit gewalttätigen Auseinandersetzungen in Syrien. Die Polizei hatte nach der Eskalation betont, dass sich der Großteil der Teilnehmer friedlich verhalten habe.

Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte der dpa zu den Razzien von Mittwoch: «Sieben verletzte Polizistinnen und Polizisten, ein demoliertes Restaurant – das ist keine Bagatelle, sondern Gewalt gegen unseren Rechtsstaat. Wer Kolleginnen und Kollegen mit Böllern und Steinen angreift und ein Restaurant demoliert, muss wissen: Wir vergessen das nicht, und wir ermitteln so lange, bis wir die Verantwortlichen haben.»

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