14. Juli 2026 – dpa
Trotz wachsender Stromnachfrage rechnet RWE mit stabilen Preisen für Haushalte. Sinkende Erzeugungskosten und steigende Netzentgelte könnten sich ausgleichen, sagt RWE-Chef Krebber im dpa-Interview.
Deutschlands größter Stromerzeuger RWE geht für die kommenden fünf Jahre von insgesamt eher stabilen Preisen für Haushaltskunden aus. RWE-Chef Markus Krebber erwartet nach eigenen Angaben nicht, dass die Haushalte wegen der zunehmenden Stromnachfrage mit steigenden Preisen rechnen müssen.
RWE produziert Strom vor allem mit Windrädern, Gas- und Kohlekraftwerken sowie Solaranlagen und verkauft ihn an Großkunden wie etwa Stadtwerke oder die Industrie. Haushaltskunden beliefert das Unternehmen schon seit vielen Jahren nicht mehr.
«Wir haben zwei strukturelle Effekte, die gegeneinander laufen», sagte Krebber im Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Wenn der Zubau der Erzeugung so kommt wie jetzt geplant, das heißt die Backup-Kraftwerke und der Ausbau der Erneuerbaren weitergehen, werden die Erzeugungskosten in den nächsten Jahren durch die Ausweitung des Angebots sinken.»
Im Gegenzug müsse aber der Netzausbau weiter vorankommen. «Und da werden die Kosten vermutlich steigen.» Insgesamt gehe er daher eher von stabilen Kosten für die Haushalte aus.
Laut Energiewirtschaftsverband BDEW kostete eine Kilowattstunde Strom Mitte Juni für Neukunden (3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch) im Schnitt 36,9 Cent. Davon entfielen 9,2 Cent auf Netzentgelte, also die Gebühren für den Stromtransport vom Ort der Erzeugung bis zum Haushalt. Am Jahresanfang lag er bei 37,2 Cent. Bundesnetzagentur und Verbraucherzentralen rufen regelmäßig dazu auf, die Preise zu vergleichen und gegebenenfalls einen günstigeren Stromanbieter zu wählen.